Israel

Kurz gemeldet

Nikki Haley und Benjamin Netanjahu bei einem Treffen in Jerusalem im Juni 2017 Foto: Flash 90

Zeuge
Einer von Premier Benjamin Netanjahus engsten Vertrauten, der suspendierte Generaldirektor im Kommunikationsministerium, Schlomo Filber, wird Zeuge der Anklage. Im sogenannten Fall 4000 geht es um den Verdacht, dass der Regierungschef die Beziehung zu verschiedenen Top-Managern des größten israelischen Kommunikationsunternehmens, Bezeq, ausgenutzt haben soll, um eine positive Berichterstattung über seine Person zu erwirken. Unter anderem gehört die beliebte Webseite »Walla« zu Bezeq. Filber war wegen vermuteter Bestechung, Betrugs und Vertrauensbruchs festgenommen worden. Es wird davon ausgegangen, dass seine Aussagen Netanjahu schwer belasten werden. Zu Wochenbeginn war bereits der Medienberater des Premiers, Nir Hefetz, von der Polizei verhaftet worden.

Ansage
Weder die Israelis noch die Palästinenser werden den angekündigten US-Friedensplan »lieben«, verriet die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, am Donnerstag in einer Rede. Allerdings würden sie ihn auch nicht unbedingt hassen. Der Vorschlag sei derzeit zwar noch in Arbeit, doch könne er schon bald finalisiert werden, kündigte Haley an, ohne aber einen genaueren Zeitpunkt zu nennen. Angeblich würden der amerikanische Nahost-Berater der Regierung, Jared Kushner, und sein Kollege Jason Greenblatt »ständig hin- und herreisen«, um alles unter Dach und Fach zu bringen. »Das, was sie vorschlagen, wird die US-Regierung am Ende unterstützen«, machte Haley klar. Israelis und Palästinenser würden etwas Besseres als die jetzige Konfliktsituation verdienen.

Richter
Die israelische Justizministerin Ayelet Shaked hat sich durchgesetzt. Die neuen beiden Richter am Obersten Gerichtshof sind Ofer Grosskopf und Alex Stein. Grosskopf ist ein Tel Aviver Richter, der mit 49 Jahren noch relativ jung für den Posten ist. Daher geht in Justizkreisen die Sorge um, dass er letztendlich zu lang im Gerichtshof sitzen wird. Alle Richter werden mit 70 Jahren in den Ruhestand geschickt. Die Wahl von Stein indes wurde kritisiert, weil er nicht, wie vorgeschrieben, in den vergangenen 15 Jahren in Israel gelebt hat. Der 60-Jährige ist Professor an der Brooklyn Law School in New York und war die erste Wahl von Shaked. Grosskopf wird als »Justiz-Genie« bezeichnet.

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026