Israel

Kurz gemeldet

Dem Anlass entsprechend angezogen: Kultur- und Sportministerin Miri Regev bei einer Trainingseinheit der israelischen Frauenfußballmannschaft im Juni 2015 in Jerusalem Foto: Flash 90

Bikini
Badebekleidung sorgt in diesem Sommer nicht nur in Frankreich für Aufregung. Jetzt hat auch Israel seinen eigenen kleinen Bikini-Skandal. Der Auftritt einer israelischen Sängerin bei einem Sommerfestival in Aschdod wurde kurzerhand abgebrochen, weil sie in Shorts und Bikini-Oberteil sang und sich weigerte, die lose darüber getragene Bluse zuzuknöpfen. Die Künstlerin Hanna Goor fragte anschließend nach einer Erklärung und bekam die Antwort des Veranstalters, das Kultur- und Sportministerium habe es plötzlich so angeordnet. Das Ministerium selbst veröffentlichte eine Erklärung: »Dieses Festival ist für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt und mit öffentlichen Geldern gesponsert. Goors Auftritt spiegelte nicht die breite Öffentlichkeit wider und zeigte keinen Respekt für die verschiedenen Gemeinden. Daher mussten wir sie von der Bühne entfernen.« Ministerin Miri Regev, die für ihre Drohungen von Zensur und dem Streichen von Geldern mittlerweile unter Künstlern jeglicher Couleur berüchtigt ist, fügte hinzu: »Dies ist genau der Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und der Freiheit der Finanzierung.« Was genau die Ministerin damit meinte, erläuterte sie nicht. Sie kündigte an, einen Dresscode für vom Ministerium gesponserte Events zu veröffentlichen.

Preis
Es war zu erwarten. Die israelischen Regisseure Vania Heymann und Gal Muggia heimsten bei den MTV Video Music Awards in New York den ersten Preis für ihre Arbeit ein. Das Video der Israelis zu dem Song Up&Up der britischen Band Coldplay hatte die Menschen bereits seit seiner Veröffentlichung im Mai in Verzückung versetzt. Auf YouTube wurde es bislang mehr als 75 Millionen Mal angeschaut. Chris Martin, Leadsänger von Coldplay, machte nach der Preisverleihung klar: »Ich glaube, es ist einer der besten Clips, der jemals von Menschen gemacht wurde.«

Vorwurf
Verteidigungsminister Avigdor Lieberman kritisiert die israelische Presse scharf. Angeblich würden die Journalisten »Soldaten davon abhalten, ihre Mission zu erfüllen, weil die Angst davor hätten, anschließend in der Presse abgeurteilt zu werden. Ich würde erwarten, dass die Presse daran arbeitet, die israelischen Verteidigungsmöglichkeiten gegen unsere Feinde zu stärken und nicht Soldaten davon abzuhalten, gegen Terroristen zu kämpfen«, so der Hardliner auf einer Pressekonferenz am Montag. Er wolle eine freie Presse, aber keine, die Soldaten verschreckt. Liebermans Kommentare beziehen sich vor allem auf zwei Vorfälle, in denen Soldaten verdächtigt werden, Palästinenser ohne triftigen Grund erschossen zu haben.

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

Tel Aviv

US-Militär stoppt Abzug von Tankflugzeugen: Sommerflugplan gefährdet

Rund 75 US-Tankflugzeuge und Transportmaschinen nehmen Platz ein, der dringend für zivile Flüge gebraucht wird

 14.07.2026

Jerusalem

Eli Vered Hazan wird neuer Weltvorsitzender des Keren Hayesod

Der bisherige Botschafter folgt auf Sam Grundwerg, der den Hilfsfonds in den vergangenen acht Jahren geführt hat

 14.07.2026

Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Laut einem Bericht der »New York Times« soll Israel an einer Operation gearbeitet haben, den früheren Schoa-Leugner und Befürworter eines Atomprogramms zurück an die Macht zu bringen

von Ralf Balke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Generalstabschef kritisiert Gesetzentwurf zu Haredi-Wehrdienst scharf

Es sei »unvorstellbar«, dass die Armee, deren Soldaten seit zweieinhalb Jahren außergewöhnliche Opfer brächten, gleichzeitig an einem System mitwirken solle, das massenhafte Ausnahmen von Strafverfolgung ermögliche, sagt der Armeechef

 14.07.2026