Nahost

Kurswechsel im Weißen Haus

Neue Töne zur Nahost-Außenpolitik aus dem Weißen Haus Foto: Flash 90

Die USA wollen nach wie vor versuchen, ein Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln – doch nicht unbedingt durch eine Zweistaatenlösung.

Diese – im Vergleich zur vorherigen Regierung – Kehrtwende in Washington verkündete ein Sprecher des Weißen Hauses vor dem Treffen zwischen Präsident Donald Trump und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Bereits vor Netanjahus Abreise in Richtung USA sei es um die Frage gegangen, ob Trump auf einer Zweitstaatenlösung beharren würde. Zudem gab es Druck aus den eigenen Reihen: Der nationalreligiöse Koalitionspartner Jüdisches Haus hatte unumwunden gefordert, der Regierungschef solle von der Aussage, er unterstütze einen eigenen Palästinenserstaat, Abstand nehmen.

Friedensvertrag Nun kam ihm das Weiße Haus zuvor. Ein Sprecher erklärte in Washington, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nicht länger die Bedingungen für einen eventuellen Friedensvertrag vorgeben wollten, sondern die beiden betreffenden Parteien darüber entscheiden müssten. »Eine Zweistaatenlösung, die keinen Frieden bringt, ist nicht das Ziel, das wir erreichen wollen«, sagte der Sprecher nur Stunden vor dem Treffen der beiden Staatsmänner.

»Frieden ist das Ziel. Doch wir werden nicht die Vorgaben diktieren. Präsident Trump hat klargemacht, dass er Frieden erreichen will. Es ist ganz oben auf der Agenda dieser Verwaltung.« Wie verschiedene israelische Medien, darunter auch der Fernsehkanal 2, berichteten, wolle Netanjahu während des Treffens angeblich erläutern, warum ein selbstständiger Staat für die Palästinenser in diesen Zeiten Zeitverschwendung sei.

Die drei vorherigen US-Präsidenten hatten stets an einer Zweistaatenlösung festgehalten, um ein Abkommen zwischen den Parteien in Israel zu erreichen. Die Ankündigung, dass Trump diese nicht tue, ist eine extreme Wende in der Nahost-Außenpolitik der USA.

Nahost

Trump drängt Netanjahu zum Abzug israelischer Truppen aus Syrien und dem Libanon

»Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren«, soll der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten gesagt haben

 15.07.2026

Luftfahrt

Streit um Tankflugzeuge der US-Luftwaffe am Ben-Gurion-Flughafen

Israel will weitere Maschinen der US-Luftwaffe zunächst nicht auf dem zivilen Flughafen landen lassen. Das US-Zentralkommando sagt, die Maßnahme könne die militärischen Planungen beeinträchtigen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu plant Washington-Reise

Im Umfeld des israelischen Regierungschefs bestehen Sorgen über eine zunehmende Distanz zu US-Präsident Trump. Auch könnte Netanjahu an einer Trauerfeier für Senator Lindsey Graham teilnehmen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt Iran bei Angriff auf Israel vor »weit stärkerer« Reaktion

»Die bisherige Antwort war bereits stark. Sollte erneut versucht werden, uns zu schaden, wird die Reaktion eine andere sein – weit stärker«, sagt der israelische Ministerpräsident

 15.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026