Israel

Künstler kritisiert Netanjahu

Die Installation »Last Supper« auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv Foto: Flash90

Mit einer lebensgroßen Nachbildung des »Abendmahls« von Leonardo da Vinci prangert ein israelischer Künstler die Politik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an.

Kuchen Auf dem Rabin-Platz im Zentrum Tel Avivs hat Itay Zalait einen langen Tisch aufgebaut, an dem er mittig eine Figur des Regierungschefs platzierte. Neben der Figur sitzt niemand. Der Tisch ist voll mit Essen, Champagnerflaschen und Kerzen. Die linke Hand des nachgebildeten Ministerpräsidenten liegt in einem Kuchen in Form der israelischen Fahne.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Wir sind einen Moment vom letzten Abendmahl der Demokratie entfernt. Wir sind beim Nachtisch«, sagte Zalait am Mittwoch vor Reportern. »Die Stühle der Regierung sind leer, es gibt niemanden, der uns repräsentieren wird.« Zalait warf der Regierung zugleich vor, das Land zu spalten, etwa in Linke und Rechte, in Araber und Juden sowie in Religiöse und Säkulare.

Vorwürfe Netanjahu steht derzeit stark unter Druck. Zum einen werden ihm Fehler im Corona-Krisenmanagement vorgeworfen. Zum anderen ist der 70-Jährige wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt. Kritiker befürchten, er könne versuchen, eine Verurteilung über eine systematische Schwächung des Justizsystems und Gesetzesänderungen zu verhindern.

Kurz vor der Präsentation des Werks waren bei einer Demonstration gegen Polizeiminister Amir Ochana in Tel Aviv mehrere Menschen verletzt worden. Demonstranten sagten israelischen Medien, eine Gruppe Rechter habe sich unter sie gemischt und sie angegriffen. Ochana wird vorgeworfen, Proteste gegen Netanjahu verhindern zu wollen.

Zuvor hatten Medien eine entsprechende Aufnahme eines Gesprächs des Ministers mit einem hochrangigen Polizisten veröffentlicht. Ochana ist ein Unterstützer Netanjahus.

Der Ministerpräsident kündigte eine Untersuchung der Vorfälle an. Es gebe keinen Platz für Gewalt, egal aus welchem Grund, twitterte Netanjahu. »Und genauso wenig gibt es Platz für Aufwiegelung und Todesdrohungen - explizit oder implizit – gegen mich und meine Familie, dazu zählt auch die schändliche Drohung mit Kreuzigung heute in Tel Aviv.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

Tel Aviv

US-Militär stoppt Abzug von Tankflugzeugen: Sommerflugplan gefährdet

Rund 75 US-Tankflugzeuge und Transportmaschinen nehmen Platz ein, der dringend für zivile Flüge gebraucht wird

 14.07.2026

Jerusalem

Eli Vered Hazan wird neuer Weltvorsitzender des Keren Hayesod

Der bisherige Botschafter folgt auf Sam Grundwerg, der den Hilfsfonds in den vergangenen acht Jahren geführt hat

 14.07.2026

Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Laut einem Bericht der »New York Times« soll Israel an einer Operation gearbeitet haben, den früheren Schoa-Leugner und Befürworter eines Atomprogramms zurück an die Macht zu bringen

von Ralf Balke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Generalstabschef kritisiert Gesetzentwurf zu Haredi-Wehrdienst scharf

Es sei »unvorstellbar«, dass die Armee, deren Soldaten seit zweieinhalb Jahren außergewöhnliche Opfer brächten, gleichzeitig an einem System mitwirken solle, das massenhafte Ausnahmen von Strafverfolgung ermögliche, sagt der Armeechef

 14.07.2026