Palästinensische Gebiete

Kritik an Al-Dschasira-Verbot: »Pressefreiheit in Gefahr«

Logo des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira Foto: dpa

Das vorläufige Sendeverbot für Al-Dschasira in den besetzten palästinensischen Gebieten hat für Kritik des Verbands der Auslandspresse in Israel (FPA) gesorgt. Der Schritt der Palästinensischen Behörde werfe »ernsthafte Fragen zur Pressefreiheit und zu den demokratischen Werten in der Region auf«, heißt es in einer FPA-Stellungnahme von Donnerstag.

Der katarische Sender sei eine wertvolle Informationsquelle über die Lage in den palästinensischen Gebieten einschließlich des Gazastreifens, so die Lobbygruppe weiter. Sie fordert die Palästinensische Behörde auf, den Dialog mit dem Sender zu suchen, »um etwaige Bedenken in einer Weise auszuräumen, die mit den internationalen Standards der Medienfreiheit in Einklang steht«.

Lesen Sie auch

Die Behörde hatte am Mittwochabend vorläufig jegliche Tätigkeiten Al-Dschasiras gesperrt und dem Sender Hetze, Voreingenommenheit und Einmischung in innere Angelegenheiten vorgeworfen. Von der Suspendierung betroffen sind laut Medienberichten alle Journalisten und Mitarbeiter von Al-Dschasira und seinen Tochtergesellschaften, bis ihr rechtlicher Status geklärt sei.

Hetze, Voreingenommenheit und Einmischung in innere Angelegenheiten

Al-Dschasira hatte das Vorgehen in einem Post im Kurznachrichtendienst X als Versuch kritisiert, »den Sender von der Berichterstattung über die sich zuspitzenden Ereignisse in den besetzten Gebieten abzuhalten«. Kritiker sprachen von einem alarmierenden Präzedenzfall und einem Schaden für die Presse- und Meinungsfreiheit.

Die Abgeordneten des israelischen Parlaments hatten im vergangenen Mai für eine Schließung von Al-Dschasira in Israel gestimmt und dies mit antiisraelischer Hetze begründet. Ferner führte die israelische Polizei im September eine Razzia gegen die Büros des Senders im von Israel besetzten Westjordanland durch. kna

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Jerusalem

Isaac Herzogs Hubschrauber muss notlanden

Die Hintergründe

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Tel Aviv

Gemeinsames Seemanöver Deutschlands und Israels vor Haifa

Ein Schiff der Bundesmarine besucht Haifa, es folgt ein Manöver mit Israel. Die gemeinsame Seefahrt geschieht vor dem Hintergrund einer weiter angespannten Lage in der Region nach dem Iran-Krieg

 25.06.2026

Israel

Ex-Armeechef Eisenkot könnte Netanjahu ablösen

In Umfragen holt seine Partei Jaschar rasant auf und liegt auf dem zweiten Platz hinter Likud

von Sara Lemel  25.06.2026

Knesset

Wahltag mit Fragezeichen

Der 20. Oktober gilt als Favorit für Israels nächste Parlamentswahl. Doch Streit in der Koalition und offene Gesetzesvorhaben könnten den Zeitplan noch verändern

von Sabine Brandes  25.06.2026