Knesset

Koalitionsverhandlungen bisher ohne Erfolg

Staatspräsident Reuven Rivlin (r.) mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Einen Monat nach den Knessetwahlen hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu immer noch keine Regierungskoalition auf die Beine gestellt. Daher will er Staatspräsident Reuven Rivlin heute um eine Verlängerung der gesetzlich vorgeschriebenen Frist für Koalitionsverhandlungen um zwei Wochen bitten.

Netanjahus Likud war bei der Wahl am 17. März mit 30 Abgeordneten stärkste Fraktion in der Knesset geworden. Rivlin erteilte dem Likud-Chef daraufhin den Auftrag, eine Koalition zu bilden. Die Vier-Wochen-Frist endet am morgigen Dienstag. Der Präsident kann diesen Zeitraum um weitere zwei Wochen verlängern.

Netanjahu strebt eine Koalition aus rechten und religiösen Parteien an. In den vergangenen Wochen hatte er sich wiederholt mit den verschiedenen Parteivorsitzenden getroffen. Bei Verhandlungen über die Verteilung von Ministerämtern und anderen Zuständigkeiten konnten sie jedoch bisher keine Einigung erzielen.

Opposition Der Vorsitzende des Mitte-Links-Bündnisses Zionistische Union, Isaac Herzog, hat derweil bestätigt, dass er entgegen anderslautenden Gerüchten keiner Großen Koalition beitreten wird. Das Zionistische Lager werde auf jeden Fall in die Opposition gehen, so Herzog.

Vergangenen Freitag hatte Netanjahu sich mit Naftali Bennett, dem Vorsitzenden der nationalreligiösen Partei Jüdisches Haus, getroffen. Beobachter gehen davon aus, dass das Jüdische Haus sowie Avigdor Liebermans Israel Beiteinu Mitglieder der künftigen Regierungskoalition sein werden. Netanjahu strebt ein rechts-religiöses Bündnis aus den Parteien Likud, Kulanu, Jüdisches Haus, Israel Beiteinu, Schas und Vereintes Tora-Judentum an, konnte sich aber noch nicht mit allen einigen.

So erheben etwa sowohl das Jüdische Haus als auch die religiöse Schas-Partei Anspruch auf das Religionsministerium. Naftali Bennett möchte zudem gerne Außenminister werden, Netanjahu würde hingegen lieber weiterhin Avigdor Lieberman auf diesem Posten behalten. Das Vereinte Tora-Judentum wiederum fordert, dass der Status quo zwischen Staat und Religion nicht angetastet wird, was Auswirkungen etwa auf die Regelungen zur Konversion und zur Wehrpflicht für Charedim haben könnte. ja

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Ramallah

Generalstreik: Palästinenser protestieren gegen israelisches Todesstrafe-Gesetz

Ein Generalstreik legt das Westjordanland und Ost-Jerusalem lahm. Palästinenser protestieren gegen das neue israelische Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen

 01.04.2026

Wahlkampf in Israel

Opposition stellt Netanjahus Kriegsbilanz infrage

Der Ministerpräsident sei »nicht in der Lage, eine strategische Lösung zu erreichen«, sagt Oppositionsführer Jair Lapid

 01.04.2026

Nahost

11-jähriges Mädchen bei iranischem Streubombenangriff schwer verletzt

Die Lage im Überblick

 01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist die Chance für den Nahen und Mittleren Osten

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  31.03.2026

Krieg

Israel geht von Sturz der iranischen Führung aus

Vom Iran geht laut Israels Regierungschef Netanjahu derzeit keine existenzielle Bedrohung mehr für Israel aus. Er sagt, Irans Führung sei »schwächer denn je«

 31.03.2026

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026