Jerusalem

Koalitionsgespräche stocken

Stellt Bedingungen: Avigdor Lieberman Foto: Flash 90

Noch ist die neue Koalitionsvereinbarung nicht unterschrieben. Nachdem der israelische Verteidigungsminister Mosche Yaalon am Freitag zurückgetreten war und Premierminister Benjamin Netanjahu Hardliner Avigdor Lieberman an dessen Stelle gesetzt hatte, werden offenbar noch immer die Bedingungen für einen Regierungsbeitritt der Partei Israel Beiteinu ausgehandelt.

Angeblich sind die Gespräche unter anderem wegen einer Reform der Pensionen ins Stocken geraten. Die Aufstockung der Renten solle vor allem russischen Einwanderern zugutekommen, könnte die Regierung aber ein bis zwei Milliarden Schekel zusätzlich kosten. Man arbeite noch an den Details, heißt es aus dem Finanzministerium.

Bedingungen Auch eine andere Bedingung, die Lieberman stellt, stößt vielen übel auf. Der Rechtsaußen-Politiker will ein neues Gesetz erzwingen, das die Todesstrafe für Terroristen ermöglicht. Allerdings sollen Juden davon de facto ausgenommen sein, denn das Gesetz würde ausschließlich in Militärgerichten angewandt. Die Mitglieder der Zentrumspartei Kulanu ließen bereits wissen, dass sie ein derartiges Gesetz nicht unterstützen werden. In Israel existiert derzeit keine Todesstrafe.

Netanjahu äußerte sich zur vehementen Kritik aus der Bevölkerung, seitens der Opposition sowie ehemaliger Politiker an Liebermans Einsetzung mit den Worten: »Hört auf zu heulen!« Derjenige, der das letzte Wort in Sicherheitsanliegen habe, sei schließlich er und nicht der Verteidigungsminister. »Ich bin für Israels Verteidigung verantwortlich.«

Zionistische Union Trotz des Beitritts von Israel Beiteinu wolle er noch immer die Zionistische Union mit ins Koalitionsboot holen, ließ er gleichzeitig wissen. Dafür hält er sogar nach wie vor den Posten des Außenministers offen. Die Gespräche mit Oppositionsführer Isaac Herzog hatte der nach dem Yaalon-Lieberman-Manöver von Netanjahu abrupt beendet. Dass er sich allerdings überhaupt auf Gespräche mit der Regierung eingelassen hatte, wurde von verschiedenen Mitgliedern der Arbeitspartei scharf kritisiert. Einige forderten dafür seinen Rücktritt.

Herzog gab zu, dass westliche Regierungen ihn gedrängt hätten, einen Beitritt zur Regierung in Erwägung zu ziehen, um die Friedensgespräche mit den Palästinensern wieder in Gang zu bringen. Die Tür sei nun jedoch endgültig zu. Auf seinem Twitter-Account schrieb er: »Im Moment der Wahrheit trifft jeder seine eigene Entscheidung. Netanjahu entschied sich für Lieberman-Bennett, und wir haben uns entschieden, ihn zu bekämpfen.«

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026

Gaza

Israel lehnt Abzug vor Entwaffnung der Hamas ab

Der vorgesehene israelische Truppenabzug und die Entwaffnung der Hamas sollen offenbar doch nicht parallel erfolgen. Das Board of Peace verändert die Bedingungen

 04.08.2026

Jerusalem

Herzog empfängt neuen deutschen Botschafter

Alexander Graf Lambsdorff hat die Nachfolge von Steffen Seibert als Botschafter in Israel offiziell angetreten. Jetzt war der neue Vertreter Deutschlands beim Präsidenten - dieser sprach dabei auch von »besonderen Beziehungen«

 04.08.2026

Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin aufgefunden

»Auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie«, sagt die Familie von Bar Bechor Asraf.

 04.08.2026

Israel

Präsident Herzog lobt Gaza-Friedensplan

In der israelischen Regierung gibt es Vorbehalte gegen den von US-Präsident Donald Trump entwickelten Plan. Das Staatsoberhaupt ist optimistischer

 03.08.2026

Jerusalem

Netanjahus Kehrtwende im Wahlkampf

Premier Netanjahu will sich offenbar von den Haredim distanzieren, um gemäßigte Likud-Wähler zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  03.08.2026

Luftfahrt

Condor nimmt Israel-Flüge wieder auf

Der erste planmäßige Flug landete am Samstagabend am Flughafen Ben Gurion – mit vollständig ausgelasteter Maschine

 03.08.2026

Jerusalem

Katz bestreitet, Generalmajor im Live-Interview gefeuert zu haben

Der Verteidigungsminister spricht von einer »glatten Lüge und Teil einer politischen Kampagne gegen die Regierung«

 03.08.2026