Israel

Kiew droht mit Ende der Visabefreiung

Geflüchtete kommen in Israel an. Foto: Flash90

Großer Unmut in der Ukraine über eine Entscheidung Israels: In der vergangenen Woche endete ohne Vorwarnung der Krankenversicherungsschutz für etwa 14.000 in Israel lebende Geflüchtete aus dem osteuropäischen Land. Berichten in israelischen Medien zufolge erwägt Kiew daraufhin die Kündigung seines Visumbefreiungsabkommens mit Jerusalem.

BÜNDNIS Die Kiyv Post schrieb, dass die Ukraine außerdem versuche, Israel aus der »Ukraine Defence Contact Group«, auch bekannt als Ramstein Group, auszuschließen, einem Bündnis aus 54 Ländern, das die Ukraine militärisch unterstützt und monatlich zusammenkommt. Die Post zitierte ukrainische Quellen, die Israel scharf kritisieren und Jerusalem vorwarfen, pro-russisch zu sein.

Ein weiterer Punkt, der für Missfallen in der Ukraine sorgt, ist die Tatsache, dass die Zahl der ukrainischen Staatsbürger zunimmt, denen die Einreise nach Israel verweigert wird.

Aus Jerusalem heißt es derweil, dass das Finanzministerium unter der Leitung des Ministers Bezalel Smotrich von der rechtsextremen Partei Religiöser Zionismus die Finanzierung zurückgehalten habe. Mittlerweile beschuldigen sich verschiedene Ministerien gegenseitig, die Gelder nicht rechtzeitig angefordert zu haben. Hinter vorgehaltener Hand wird den Verantwortlichen bürokratische Apathie vorgeworfen.

»Ich fordere die Regierung auf, ihre Entscheidung zu revidieren«.

Ukrain. Botschafter in Israel, Jewgen Kornijtschuk

Der ukrainische Botschafter in Israel, Jewgen Kornijtschuk, äußerte seine große Enttäuschung und Besorgnis über die Aufhebung der Krankenversicherung und forderte die Regierung auf, »ihre Entscheidung zu revidieren«.

Zwei Monate nach Kriegsbeginn hatte Israel ukrainischen Geflüchteten bis zum Alter von 60 Jahren minimale medizinische Versorgung und 3400 Flüchtlingen ab 60 Jahren vollständige Versorgung auf Staatskosten zur Verfügung gestellt.

FINANZMINISTERIUM Hochrangige Beamte im Büro des Premierministers bestätigten, dass das Finanzministerium den Transfer von Geldern zur Deckung der Krankenversicherung der Flüchtlinge ablehne. Sie fügten allerdings hinzu, dass sie davon ausgingen, dass innerhalb weniger Tage eine Finanzierungsquelle gefunden werde.

Aus dem Sozialministerium heißt es: »Bedauerlicherweise hat die Regierung den Versicherungsschutz nicht ausgeweitet, und wir fordern das Finanzministerium und das Premiersbüro auf, dieses Problem unverzüglich zu lösen.«

Währenddessen behauptet der Finanzminister persönlich: »Natürlich sollte die Krankenversicherung weiterbestehen, niemand denkt anders.« Er versicherte auch, dass »niemand ohne Versicherungsschutz bleibt«.

Israel

Eisenkot plädiert für erneuerte Partnerschaft Israels mit den USA

Noch ist unklar, wer Israels nächste Regierung leitet. Ex-Militärchef Eisenkot unterstreicht seinen Führungsanspruch - und wendet sich an den wichtigsten Verbündeten

 05.11.2026

Straße von Hormus

Iran: Zwei Tanker und ein Schlepper in Brand geraten

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Schiffe angegriffen oder durch Minen beschädigt

 05.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  05.11.2026 Aktualisiert

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026

Tel Aviv

Wie Andrea Kiewel sich endlich traute

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026

Nachrichten

Wein, Stadt, Börse

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026