Israel

Kein leichter Posten

Herzi Halevi bei seiner Amtseinführung mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (l.) Foto: Flash 90

Herzi Halevi ist der 23. israelische Stabschef. Der Generalleutnant trat am Montag offiziell seine neue Position an und löste damit seinen Vorgänger Aviv Kochavi ab. Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Yoav Galant nahmen an der offiziellen Zeremonie teil und ehrten Halevi mit seinem neuen Titel.

»Angesichts der Bedrohungen für Israel, insbesondere durch den Iran und seine terroristischen Verbündeten, müssen wir Entschlossenheit demonstrieren«, sagte Netanjahu. »Das haben wir in den vergangenen zehn Jahren getan, und das werden wir auch weiterhin tun.«

IRAN »Der Iran ist für 90 Prozent aller Probleme im Nahen Osten verantwortlich. Dieses Regime droht, uns zu zerstören und anderen Ländern zu schaden. Die israelische Armee wird zusammen mit dem Mossad und Schin Bet alles tun, was erforderlich ist«, führte der Premierminister aus.

Man werde sich nicht in Kriege hineinziehen lassen, »aber es gibt Situationen, in denen wir Opferbereitschaft zeigen müssen, um unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unsere Existenz zu wahren«, so Netanjahu.

»Angesichts der Bedrohungen für Israel, insbesondere durch den Iran und seine terroristischen Verbündeten, müssen wir Entschlossenheit demonstrieren.«

Israels Premierminister benjamin netanjahu

Es wird keine leichte Position für Halevi in diesen Zeiten. Denn gemäß der Koalitionsvereinbarungen geht die Kontrolle einiger militärischer Bereiche an Mitglieder der ultrarechten Koalitionsparteien Otzma Jehudit und Religiöser Zionismus über. Sie wollen Teil der militärischen Befehlskette sein. In der Armee jedoch ist dies umstritten.

GEWALT Der 55-Jährige wird sich diesen neuen Herausforderungen zusätzlich zu den zahlreichen Sicherheitsproblemen stellen müssen, denen Israel ausgesetzt ist, insbesondere durch den Anstieg der Gewalt im palästinensischen Westjordanland und der andauernden Bedrohung Israels durch das Regime in Teheran.

Halevi begann seinen Wehrdienst 1985 in der Fallschirmjägerbrigade, später wurde er Offizier und Kommandant der Elite-Aufklärungseinheit Sayeret Matkal. Er studierte Philosophie und Betriebswirtschaftslehre in Jerusalem und machte seinen Master-Abschluss in Human Resources Management an der National Defense University in den USA.

Während mehrerer Kampfrunden zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen leitete er das Südkommando und war Direktor des militärischen Geheimdienstes. Zuletzt war er stellvertretender Stabschef. Halevi ist verheiratet und hat vier Kinder.

In seiner Antrittsrede betonte er, dass er für die Sicherheit des Landes gekämpft habe, und die Armee »Sicherheit und einen Ort der Werte, einer tiefen Bedeutung, Freundschaft und Einheit der Ziele« biete.

»Gerade in diesen Tagen der Polarisierung und Zwietracht erinnert uns der gemeinsame Militärdienst aller Gesellschaftsschichten daran, dass wir ein Volk sind - mit einem Ziel und einer gemeinsamen Zukunft«, schloss Halevi.

INTERVIEWS In Interviews warnte der ausgehende Militärchef Kochavi kurz vor dem Ende seiner Amtszeit eindringlich vor dem Regierungsvorhaben, die militärische Autorität im Westjordanland umzustrukturieren. »Die israelische Armee ist für alles verantwortlich, was in Judäa und Samaria passiert, und so muss es bleiben«, sagte er. »Es kann dort nicht zwei befehlshabende Behörden geben. Das wird wahrscheinlich Schaden anrichten und unsere Kriegsbereitschaft einschränken.«

Der ultranationalistische Bezalel Smotrich (Religiöser Zionismus), der Finanzminister ist, hat zudem eine Rolle als quasi Junior-Minister innerhalb des Verteidigungsministeriums erhalten. Das erlaubt ihm voraussichtlich, die Generäle zu ernennen, die die Koordination für Regierungsaktivitäten in den Palästinensergebieten leiten und viele Siedlungsfragen überwachen.

Jerusalem

Könnte eine Nicht-Israelin Miss Israel werden?

Melanie Shiraz, die Miss Israel von 2025, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs. Dessen Glaubwürdigkeit steht ihr zufolge auf dem Spiel

 04.06.2026

Israel

Die Belarus-Connection

Der neue Mossad-Chef Roman Gofman wanderte mit seinen Eltern 1990 nach Israel aus. Er ist einer von vielen osteuropäischen Olim, die das Land geprägt haben

von Eugen El  04.06.2026

Libanon

Hisbollah lehnt Waffenruhe ab

Bisher konnte keine Waffenruhe im Libanon Ruhe zwischen Israel und der Hisbollah schaffen. Ein erneuter Anlauf wird von der Hisbollah zurückgewiesen

 04.06.2026

Wirtschaft

Keine Dollar, keine Euro mehr - »alles leer«

Der Ansturm auf Devisen bringt Geldwechsler in Israel in Bedrängnis – selbst Banken haben Schwierigkeiten beim Nachschub

von Sabine Brandes  04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Jerusalem

Netanjahu spielt Trumps Beschimpfungen herunter

Seine Beziehung zum amerikanischen Präsidenten sei weiterhin stabil, sagt Israels Ministerpräsident

 04.06.2026

Libanon

Ist die Bromance zwischen Bibi und Trump am Ende?

Wie Washington die Konflikte im Nahen Osten ordnen will und Israel dabei zunehmend in eine Zuschauerrolle drängt

von Sabine Brandes  04.06.2026

Alon Schvut

Charedim greifen Haus des Vizepräsidenten des Obersten Gerichts an

Dutzende Randalierer beschädigten Fenster, Fahrzeuge und weitere Teile des Grundstücks. Hintergrund ist der Protest gegen die Einziehung ultraorthodoxer Männer zum Militärdienst

 04.06.2026

Terroropfer

Sterbliche Überreste in Kfar Aza entdeckt: Familie eines Hamas-Opfers hofft auf Gewissheit

Angehörige des am 7. Oktober 2023 ermordeten Nirel Zini finden menschliche Knochen. Gehören sie zu ihm?

 04.06.2026