Nachrichten

Katzen, Reise, Berg

Niedlich, macht aber viel Ärger: Straßenkatze Foto: Getty Images

Nachrichten

Katzen, Reise, Berg

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  03.06.2021 08:38 Uhr

Katzen
Die Abteilung für Tierschutz im Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass Israels Straßenkatzenbevölkerung auf über eine Million angewachsen ist. Grund dafür sei die große Verfügbarkeit von Futter unter freiem Himmel und die hohe Fortpflanzungsrate der nicht sterilisierten Tiere. Es gebe mittlerweile Bedenken für die öffentliche Gesundheit. Die Straßenkatzen würden Krankheiten verbreiten, meinen die Verantwortlichen. Außerdem gebe es viele Beschwerden aus der Bevölkerung wegen Verschmutzungen und weil die Tiere in Häuser eindringen. Die Lebenserwartung von Straßenkatzen in Israel ist nicht hoch, 75 bis 90 Prozent würden bereits im ersten Lebensjahr sterben. Bei einem Drittel seien Verletzungen nach Unfällen mit Autos der Grund.

Reise
Israel hat vor einigen Tagen wieder Touristen aus dem Ausland willkommen geheißen. Alle Besucher sind vollständig immunisiert. »Israel ist gesund und geimpft«, sagte Tourismusministerin Orit Farkash-Hacohen am Flughafen. »Restaurants, Konzerte, Märkte und Sportveranstaltungen – alles ist geöffnet.« Unter den ersten Gruppen waren Theologiestudenten aus Missouri/USA. Sie sind Teil des Pilotprojekts, das das Ministerium ins Leben gerufen hatte. Weitere geführte Gruppen werden in den kommenden Wochen erwartet. Die Touristen wurden von Mitarbeitern des Ministeriums mit Blumen begrüßt. Es waren die ersten ausländischen Reisenden, die nach 14 Monaten wieder ins Land eingelassen wurden, nachdem der internationale Reiseverkehr wegen der Corona-Pandemie eingestellt worden war.

Berg
Sie hat den Gipfel erreicht. Die 43-jährige Danielle Wolfson ist die erste israelische Frau, die den Mount Everest erklommen hat. Vor ihr hatten es erst drei Männer aus dem jüdischen Staat bis auf den höchsten Punkt geschafft. Die Anwältin aus Ramat Gan hatte sich bei einem Skiunfall vor zehn Jahren mehrere Knochenbrüche zugezogen. Anschließend musste sie das Laufen wieder lernen. Später begann sie, ausgiebig Sport zu treiben, und verfolgte ihren großen Traum. Vor ihrem Aufstieg trainierte Wolfson monatelang mit Triathlongruppen. Stolz hisste sie am 23. Mai die israelische Fahne auf dem 8849 Meter hohen Berg.

Treffen
Premierminister Benjamin Netanjahu hat sich mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Abbas Kamel und dessen Delegation in Jerusalem getroffen. Die beiden besprachen die Stärkung der Kooperation zwischen ihren Ländern und verschiedene regionale Anliegen. Sie betonten dabei die Verbindungen und die gemeinsamen Anstrengungen in den Bereichen Sicherheit und Diplomatie. Netanjahu sprach Israels Bedürfnis an, die Gefangenen in Gaza zurückzuholen. Es soll auch darüber gesprochen worden sein, wie verhindert werden könne, dass die Hamas im Gazastreifen gestärkt werde und wie die Ressourcen statt an die Terrororganisation in der Zukunft an die Zivilbevölkerung verteilt werden können.

Aussage
Die Präsidentin des Obersten Gerichts, Esther Hayut, hat am Wochenbeginn Knessetsprecher Yariv Levin vom Likud scharf kritisiert. Dessen Aussagen seien »gefährlich und unverantwortlich«. Levin und andere rechtsgerichtete Politiker hatten eine Entscheidung des Gerichts kritisiert, die Gesetzgebung des Parlaments aus dem vergangenen Jahr für nichtig zu erklären. Levin hatte dazu gesagt, dass das Gericht einen Putsch initiiere. Hayut konterte dies, als sie während einer Konferenz betonte, dass derartige Äußerungen die Rechtsprechung untergraben und zu Anarchie und Chaos führen könnten.

Verbot
In einer ungewöhnlichen Entscheidung hat das Gesundheitsministerium eine große Gruppe von Einwanderern aus Indien davon abgehalten, ins Land zu gelangen. Es waren zuvor Dutzende von Covid-19-Fällen bei ihnen entdeckt worden. Die Gruppe von 275 Immigranten hätte in der vergangenen Woche aus Delhi in Israel ankommen sollen. Das Ministerium hatte zunächst allen Teilnehmern die Einreise untersagt, doch auf Druck des Diasporaministeriums wurde es einigen negativ getesteten Frauen und Männern anschließend dennoch erlaubt. Die Menschen gehören zu der Gruppe der Bnei Menashe, die in Nordostindien ansässig sind. Sie zählen sich zu den verlorenen Stämmen Israels. Um die Staatsangehörigkeit zu erlangen, müssen sie sich jedoch einer orthodoxen Konversion zum Judentum unterziehen.

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 02.08.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  01.08.2026

Meinung

Die Vereinten Nationen und ihre obsessive Fixierung auf den jüdischen Staat

Warum der Staatengemeinschaft ihre Heuchelei und Doppelmoral eher früher als später zum Verhängnis werden wird

von Daniel Neumann  01.08.2026

Tel Aviv/Lod

Ben Gurion Airport: Nur jeder dritte Flug startet pünktlich

Die auf dem Flughafen geparkten Tanker der US-Luftwaffe sind nur einer von mehreren Gründen für ständige Verspätungen

 31.07.2026

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert