Maccabiah

Kampf ums Zweibettzimmer

Gedenken an die Toten von 1972 Foto: Ulrike Schleicher

Es sind die größten Spiele in der Geschichte der Maccabiah: Rund 9000 Athleten aus 70 Ländern nehmen teil und kämpfen von Freitag an um Medaillen. Am Sonntag ist das deutsche Team gelandet – 205 Athleten mit ihren Betreuern, die zunächst in einem Hotel in Netanya wohnen und auf Zwei- und Dreibettzimmer aufgeteilt wurden. Allein dies zu bewältigen, war schon ein Meisterstück, sagt Maria Pinzger, die für die Öffentlichkeitsarbeit bei Maccabiah Deutschland zuständig ist. »Der eine mag nicht mit dem aufs Zimmer, die andere unbedingt nur mit ihrer Freundin.«

Am Montagmorgen gab es einen Empfang beim deutschen Botschafter Andreas Michaelis. Zwei Stunden lang standen die Sportler in der Sonne, während Michaelis ihnen einen Vortrag über die deutsch-israelischen Beziehungen hielt. Nach dem Mittagessen stiegen die Teilnehmer in den Bus, um in Tel Aviv an der Gedenkfeier für die elf bei den Olympischen Spielen 1972 ermordeten israelischen Sportler teilzunehmen.

Anki Spitzer Neben Vertretern aus Sport und Politik waren auch Angehörige der Ermordeten dabei. Darunter Anki Spitzer, die Witwe von Andrei Spitzer. Sie hielt eine kurze Ansprache auf Deutsch. »Für uns Angehörige ist es sehr wichtig, die Erinnerung am Leben zu erhalten.« Als ihr Mann starb, war ihre Tochter Annuk zwei Jahre alt. Nun habe Annuk selbst einen Sohn bekommen: »Er heißt Andi, wie sein Großvater«, schloss sie.

»Ich fand ihre Rede sehr eindrücklich und bewegend«, sagt David Ausländer, ein Basketballspieler aus der U18-Mannschaft. Überhaupt sei der Aufenthalt bislang gut verlaufen, und auch die Stimmung sei ausgesprochen gut, meint der 17-Jährige aus Frankfurt. Doch bald wird es ernst. Er und seine Teamkameraden zogen am Mittwoch nach Haifa um, um sich dort auf die Turniere vorzubereiten. »Wir sind ein eingespieltes Team«, sagt David. Doch gegen die Konkurrenz aus den USA und Israel habe man kaum Chancen. »Aber gegen die Südamerikaner – da könnte was gehen.«

Guter Dinge trotz geringer Medaillenchancen ist auch Schwimmcoach und Wettkampfteilnehmer Jonathan Ben Shlomo. »Es geht um persönliche Bestleistungen und vielleicht um einen Einzug ins Finale«, beschreibt der Freiburger die Erwartungen. Grund zur Freude ist für ihn jetzt bereits, dass das deutsche Team zum ersten Mal eine Männerstaffel auf die Beine stellen konnte. »Das ist echt toll.« Wie alle Teams zogen auch die Schwimmer am Mittwoch in ihre Trainingslager. Dann kehrt ein bisschen mehr Ruhe ein, meint Ella, eine der Betreuerinnen. »Bislang ist es hier wie im Bienenstock.«

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026