Israel

Kampagne oder Krieg

Israelische Kampfjets sollen mehrere Ziele in der Nähe von Damaskus beschossen haben. Foto: Flash 90

Syrien beschuldigt die israelische Luftwaffe, am Sonntagabend mehrere Ziele in der Nähe von Damaskus beschossen zu haben. Während sich das Büro des Premierministers dazu in Schweigen hüllt, schießt die Opposition scharf gegen die Noch-Regierung. Das sei Teil der Kampagne von Benjamin Netanjahu, der keine alternative Koalition auf die Beine stellen könne, hieß es aus den Reihen von Jesch Atid. Stattdessen würde er »Kriegshetze« betreiben und den ganzen Nahen Osten entzünden.

Das sagte die Abgeordnete Jifat Kariv. »Doch dieses Mal, Herr Ministerpräsident«, fügte das Mitglied des einflussreichen Außenministeriums- und Verteidigungskomitees noch hinzu, »wird das nicht funktionieren«. Sie und andere meinen, Netanjahu hätte den Beschuss angeordnet, um seinen Sicherheits- und Verteidigungsanspruch vor den Neuwahlen aufzuputschen.

Vorwürfe Schai Nachman von der Arbeitspartei sagte, er hoffe, dass die Regierung die Sicherheitslage nicht für ihr eigenes politisches Überlegen ausnutze. Und die Vorsitzende der Linkspartei Meretz betonte am Montagmorgen, sie wolle nicht einmal daran denken, dass diese Vorwürfe wahr sein könnten. Allerdings zeigten die Aussagen, wie viel Misstrauen tatsächlich gegen Netanjahus Regierung herrsche.

Die syrischen Medien griffen Karivs Kommentare für ihre Zwecke auf und erklärten, »der israelische Feind will damit die Moral der Terrororganisationen Jabhat al-Nusra und ISIS stärken, nachdem die andauernden Beschießungen der syrischen Armee sie geschwächt hätten«.

Nach syrischen Angaben seien mehrere Ziele im Umland der Hauptstadt Damaskus angegriffen worden. Darunter sei auch ein Gelände nahe dem internationalen Flughafen gewesen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Eine Oppositionsgruppe erklärte, es habe mindestens zehn Explosionen gegeben.

Hisbollah Obwohl es Israel nie zugegeben hat, gehen inländische wie ausländische Medien davon aus, dass die Regierung bereits einige Male strategische Waffentransporte in Richtung Hisbollah verhindert habe. Dieses Mal seien angeblich hochentwickelte russische S-300 Luftverteidigungsraketen im Visier gewesen. Diese Waffen hatte Israel als »game changer« bezeichnet.

Sicherheitsminister Juval Steinitz sagte zu den Vorwürfen der Parlamentarierin, es sei irrsinnig, anzunehmen, die Angriffe seien politisch motiviert. »Das beleidigt wirklich Israels Geheimdienstarbeit. Derartige Aktionen benötigen Monate extensiver Vorarbeit.« Dennoch, sagte der Minister, würde Israel eine sehr strenge Sicherheitspolitik betreiben, die Terrorgruppen davon abhalten soll, entwickelte Waffen zu erhalten, die die Balance in der Region ins Wanken bringen könnten.

Jerusalem

Lapid attackiert möglichen US-Iran-Deal

Lapid bezeichnet die geplante amerikanisch-iranische Vereinbarung als »Katastrophe«. Dass Israel nicht an der Ausarbeitung des Abkommens beteiligt gewesen ist, sei »absurd«, so der Oppositionspolitiker

 26.05.2026

Jerusalem

Netanjahu kündigt härtere Gangart gegen Hisbollah an

Der Ministerpräsident sagt, er habe das Militär angewiesen, den Druck deutlich zu erhöhen. Zuvor hatten die Terroristen Drohnenangriffe gegen Israel gestartet

 26.05.2026

Jerusalem

Netanjahu im Krankenhaus

Nach Angaben seines Büros handelte es sich um einen geplanten zahnärztlichen Eingriff

 26.05.2026

Hamas

Missbrauch als Waffe

Auf Basis von Tausenden Videos, Fotos und Zeugenaussagen dokumentiert ein neuer Bericht systematische sexuelle Übergriffe der Terroristen am 7. Oktober und danach

von Sabine Brandes  24.05.2026

Tel Aviv

Hilfe für das »Liebling Haus«

Das Besucherzentrum der »Weißen Stadt« wird nach Raketenschäden mit deutscher Hilfe repariert

von Sabine Brandes  24.05.2026

Studie

Wird Israel unbezahlbar?

Die Lebenshaltungskosten im Land gehören zu den höchsten weltweit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe – manche sind hausgemacht

von Sabine Brandes  24.05.2026

Essen

Balagan auf der Zunge

Zwischen Frena-Ofen und French Malawach: Das EAT Tel Aviv Food Festival zeigt, wie Israels Küche Traditionen aus aller Welt aufgreift, neu mischt und daraus ein lebendiges Geschmacks-Chaos macht

von Sabine Brandes  24.05.2026

Essay

Erinnerungen an Schawuot in Be’eri

Unsere Autorin ist in dem Kibbuz aufgewachsen, der durch das Massaker traurige Bekanntheit erlangte. Eines der prägendsten Feste ihrer Kindheit war das Wochenfest – wird jene Freude je wieder zurückkehren?

von Eshkar Eldan Cohen  21.05.2026

Wahlen

Arabisch-israelisches Zünglein an der Waage?

Der Aktivist Yoseph Haddad will den Sprung in die Politik wagen und könnte im festgefahrenen Rennen um die Knesset entscheidend sein

von Sabine Brandes  21.05.2026