Nachrichten

Käfer, Start-up, Instagram

Back in Black: die 2,5 Zentimeter lange »Calosoma olivieri« Foto: Getty

Käfer
Dicke schwarze Käfer belagern Israel. Die Calosoma olivieri, die etwa 2,5 Zentimeter lang werden können, tauchten plötzlich in Gärten, Häusern und Straßen auf. Schädlich sind sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie würden kleinere Schädlinge fressen, erklärt der Biologe Leibele Friedman von der Tel Aviver Universität. Die Käfer übertragen auch keine Krankheiten. Allerdings hinterließen sie einen faulen Geruch, wenn sie mit Menschen in Berührung kommen. Nicht anfassen, sondern einfach in Ruhe lassen, rät daher das Umweltministerium. Die Sommerhitze würden die Käfer nicht überleben.

Anzeige
Shira Raban, eine ehemalige Angestellte in der Residenz von Premier Netanjahu, hat bei Gericht beantragt, dass führende Mitarbeiter, darunter der Generaldirektor Yoav Horowitz und der Manager der Residenz, Effie Azoulay, aussagen. Raban hatte 2017 einen Monat lang bei den Netanjahus als Reinigungskraft gearbeitet. Kurz darauf klagte sie auf Schadenersatz in Höhe von rund 60.000 Euro. Sie argumentierte, dass sie während ihrer Zeit in der Residenz pausenlos von Sara Netanjahu beleidigt wurde. So habe Raban Dutzende Male ihre Kleidung wechseln, 100-mal die Hände waschen, die Toilette außerhalb des Gebäudes benutzen müssen und keinen freien Tag bekommen, als ihr Kind krank wurde. Der älteste Sohn der Netanjahus, Yair, habe zudem Sauberkeitschecks durchgeführt. Der Anwalt des Premierministers erklärte, die Anzeige sei »peinlich« und die Klägerin solle sich entschuldigen.

Austausch
Aus dem Nahen Osten ins Herz Frankreichs. Seltene Artefakte aus dem Bible Lands Museum in Jerusalem werden im Louvre gezeigt. Die Ausstellung Vergessene Königtümer. Von den Hethitern bis zu den Aramäern zeigt unter anderem vier antike Kunstwerke, darunter eine 1,3 Meter hohe Stele, die eine Inschrift zum Neo-Hethiter-Königreich Masuwari beinhaltet, ein Siegel aus dem Halbedelstein Karneol, verziert mit einem Löwenkopf, und eine Stele des Königreichs Maras, die aus dem zehnten bis achten Jahrhundert v.d.Z. stammt. Dies ist die erste Zusammenarbeit zwischen einem israelischen Museum und dem Louvre.

Instagram
Die offizielle Instagram-Seite der Bundeswehr hat einen Post der israelischen Armee »geliked«, den diese zum Jom Haschoa veröffentlicht hatte. Der Post zeigte ein Video aus ehemaligen Konzentrationslagern, in denen IDF-Offiziere stehen und sagen: »Wir machen laut und deutlich klar: Nie wieder!«. Das Video ist mehr als 166.000-mal angeschaut worden. Die Armee legt momentan bei der Ausbildung junger Menschen nach eigenen Angaben einen besonderen Fokus auf die jüdischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg mit den Alliierten gegen Nazideutschland kämpften. Jedes Jahr fahren IDF-Offiziere und Familien von gefallenen Soldaten in die Gedenkstätte Auschwitz, um am »March of the Living« teilzunehmen.

Gehalt
Der reichste Knessetabgeordnete des neuen Parlaments ist der einstige Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat. Kürzlich bat er darum, auf sein Gehalt verzichten zu dürfen und stattdessen symbolisch jährlich einen Schekel zu erhalten. Barkat hatte deswegen nach dem Einweisungsseminar für Parlamentsneulinge einen Brief an den Knesset-Buchhalter, Haim Avidor, geschrieben. »Es ist ein großes Privileg für mich, der Öffentlichkeit dienen zu dürfen, ohne dass ich dafür etwas erhalte«, so Barkat. Im Februar hatte das »Forbes«-Magazin Israel Barkats Vermögen auf 500 Millionen Schekel, rund 125 Millionen Euro, geschätzt. Vor seinem Eintritt in die Politik hatte Barkat gemeinsam mit seinem Bruder eine erfolgreiche Hightech-Firma gegründet, die er später in einen Investmentfonds umwandelte. Das durchschnittliche Monatsgehalt in der Knesset beträgt 11.000 Euro brutto.

Start-up
Mehr als 500 internationale Kooperationen aus 35 Ländern sind derzeit in Israel aktiv. Diese Zahlen veröffentlichte die Organisation Start-up Nation Central (SNC) in einem Bericht. »Die internationalen Unternehmen hoffen bei Israels rund 6000 jungen Firmen auf neue Ideen und schnelle Entwicklung von Prototypen«, so der Bericht mit dem Titel »The State of Innovation«. Von den Kooperationen stammen mehr als die Hälfte aus den USA, 27 Prozent aus Europa und 15 Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Hightech-Firmen sind mit 38 Prozent vertreten, gefolgt von Pharmazie- und Gesundheits- (elf Prozent) sowie Finanzunternehmen (zehn Prozent).

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026

Jerusalem

Israel Katz: Entscheidung für Tötung Khameneis fiel im November

Der Zeitplan für die Operation sei beschleunigt worden, nachdem landesweite Anti-Regime-Proteste im Iran den strategischen Rahmen verändert hätten, sagt Israels Verteidigungsminister

 06.03.2026