Regierung

NSO, Israel und die Spionage

Firmensitz der NSO Group in Israel Foto: Reuters

Ein israelischer Kabinettsminister hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Polizei habe die umstrittene Software Pegasus für die Spionage gegen Demonstranten benutzt. Nach einer Prüfung sei klar, dass die Mehrheit der Vorwürfe »einfach falsch« sei, teilte der Minister für die Polizei, Omer Barlev, am Mittwoch dem Armee-Radio mit. »Es hat keine Überwachung gegeben, kein Hacken irgendeines Telefons irgendeines Demonstranten bei irgendeinem Protest«, sagte er. »Es ist gegen das Gesetz.«

Die Zeitung »Calcalist« hatte berichtet, die Spähsoftware Pegasus des israelischen Unternehmens NSO Group sei im Jahr 2020 von der Polizei unter anderem eingesetzt worden, um Anführer von Protesten gegen den damaligen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu überwachen. In dem Bericht hieß es, die Polizei sei mit der Software auch in die Mobiltelefone zweier amtierender Bürgermeister eingedrungen, die unter Korruptionsverdacht standen, sowie in die Mobiltelefone mehrerer weiterer israelischer Bürger - alles ohne Gerichtsbeschluss oder Aufsicht durch einen Richter.

Die israelische Polizei wies die Vorwürfe zurück und erklärte, sie halte sich an das Gesetz. Die NSO Group teilte mit, sie nenne ihre Kunden nicht. Das Spähprogramm des Unternehmens soll in zahlreichen Fällen von Saudi-Arabien bis Mexiko gegen Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Politiker eingesetzt worden sein. Israelische Abgeordnete forderten eine parlamentarische Untersuchung der Vorwürfe.

Justizminister Gideon Saar sagte, es gebe eine »unüberbrückbare Lücke« zwischen dem Inhalt des Zeitungsberichts und den Aussagen der Polizei. Das Justizministerium wisse nichts über eine Überwachung ohne gerichtliche Zustimmung. Es sei wichtig, dass es eine unabhängige Untersuchung gebe. ap

Krieg

Weiterer Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv

Nach neuen Raketenangriffen auf Tel Aviv gibt es Berichte über mehrere Einschläge und Verletzte. Bilder zeigen zerstörte Hausfassaden

 06.04.2026

Krieg

Zwei weitere Tote nach Raketenangriff in Haifa geborgen

Nach einem iranischen Raketenangriff in der israelischen Hafenstadt Haifa wurden zwei weitere Tote geborgen. Insgesamt sterben vier Menschen, darunter Angehörige zweier Generationen einer Familie

 06.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Kriegsverbrechen

Iran greift Großraum Tel Aviv erneut mit Streumunition an

Der Iran setzt laut Medien erneut Streumunition bei Angriffen auf Tel Aviv und Haifa ein. Human Rights Watch sieht dadurch eine langfristige Gefahr für Zivilisten

 06.04.2026

Debatte

Antisemitismus und Israel-Hass: Auswärtiges Amt rügt Goethe-Institut für Ausstellung

Um die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Basma al-Sharif gab es wegen Social-Media-Posts zuletzt Wirbel. Das gilt auch für die Teilnahme an einer Ausstellung in Vilnius

 04.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  04.04.2026

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Ramallah

Generalstreik: Palästinenser protestieren gegen israelisches Todesstrafe-Gesetz

Ein Generalstreik legt das Westjordanland und Ost-Jerusalem lahm. Palästinenser protestieren gegen das neue israelische Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen

 01.04.2026

Wahlkampf in Israel

Opposition stellt Netanjahus Kriegsbilanz infrage

Der Ministerpräsident sei »nicht in der Lage, eine strategische Lösung zu erreichen«, sagt Oppositionsführer Jair Lapid

 01.04.2026