Vermisst

Jennifer kämpft für ihren Freund

Andrey Kozlov (27) Foto: Sabine Brandes

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Jennifer kämpft für ihren Freund

Andrey Kozlov wurde vom Nova-Rave entführt

von Sabine Brandes  30.05.2024 09:06 Uhr

Das letzte Mal, dass Familie und Freunde von ihm hörten, war am 7. Oktober 2023 um 8.10 Uhr. Andrey Kozlov war Sicherheitsmann auf dem Nova-Rave, als das Musikfestival von Hamas-Terroristen angegriffen wurde. Sie ermordeten mehr als 350 Menschen und verschleppten Dutzende weitere als Geiseln in den Gazastreifen – darunter den 27-Jährigen.

Kozlov stammt aus St. Petersburg. Erst vor eineinhalb Jahren wanderte er nach Israel ein, »und war sehr glücklich, hier zu leben«, sagt seine Freundin Jennifer Master über ihn. Kozlov lebte mit Freunden in Rischon LeZion, außerhalb von Tel Aviv. Er hat keine Familie in Israel.

Andrey und Jennifer waren erst seit einigen Monaten ein Paar.

Andrey und Jennifer waren erst seit einigen Monaten ein Paar, als er verschleppt wurde. Seit diesem Tag kämpft sie auf der ganzen Welt für seine Rückkehr. Auf Fotos, die ihn seit seiner Ankunft in Israel zeigen, leuchte sein Gesicht wie ein Sonnenstrahl, erzählt seine Freundin. »Andrey ist Surfer, er liebt das Meer und das Gefühl der Freiheit. Er ist eine entspannte, kontaktfreudige Person.«

Von Beruf ist er Grafikdesigner, arbeitete als Souschef in einem Restaurant in Tel Aviv und sei immer gern bereit gewesen, Schichten im Sicherheitsdienst zu übernehmen. Als er kurz vor der Veranstaltung gebeten wurde, für jemanden beim Nova-Musikfestival einzuspringen, sagte er gleich zu.

»Wir leben noch immer am 7. Oktober«

Im März reiste seine Mutter Evgenia Kozlov nach Israel, um für die Freilassung ihres Sohnes zu kämpfen. »Mein Leben ist zerstört«, sagte sie auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv. Seit dem »Schwarzen Schabbat« tue sie alles in ihrer Macht Stehende, um ihren Sohn zu retten.

»Ich kann kein Hebräisch, ich bekomme Hilfe von meinem Freund, Google Translate und Google Maps«, sagte sie. Nach all den Monaten würden die Menschen beginnen zu vergessen, »der Wind hat unsere Plakate zerstört. Das Leben der Menschen geht weiter. Aber wir … wir leben noch immer am 7. Oktober«.

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