Kairo

Jared Kushner setzt Nahost-Reise fort

US-Gesandter Jared Kushner in Ägypten mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi Foto: dpa

Auf seiner Nahost-Reise hat sich der US-Gesandte Jared Kushner in Ägypten mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi getroffen, um über seinen Friedensplan für Israel und die Palästinenser zu beraten. Al-Sisi habe bei dem Treffen erklärt, dass Ägypten sich für eine »faire und umfassende« Lösung des Konflikts einsetze, teilte sein Sprecher Bassam Radi am Donnerstag mit. Ziel müsse eine Zweistaatenlösung mit einem unabhängigen Palästinenserstaat und Ost-Jerusalem als dessen Hauptstadt sein.

Kushner ist für die Ausarbeitung eines von US-Präsident Donald Trump angekündigten Friedensplans zur Lösung des Nahost-Konfliktes zuständig. Nach Medienberichten soll in dem Plan keine Rede sein von einer Zweistaatenlösung, bei der Israel und ein demokratischer Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite leben.

jerusalem Darüber hinaus hat Trump bereits Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Die Palästinenser werfen der US-Regierung vor, auf der Seite Israels zu stehen und kein unparteiischer Vermittler zu sein. Die Palästinenserführung lehnt Kushners Friedensplan ab, bevor er veröffentlicht wurde.

Vor Ägyptens Präsident Al-Sisi hatte Jordaniens König Abdullah am Mittwoch eine ähnliche Linie vertreten. »Ein gerechter, umfassender und anhaltender Frieden« müsse auf Grundlage einer Zweistaatenlösung geschlossen werden, sagte er. Diese müsse die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates entlang der Grenzen von 1967 beinhalten mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser müssten mit Israel »friedlich und sicher Seite an Seite« leben.

Ägypten ist neben Jordanien das einzige Land im arabischen Raum, das diplomatische Beziehungen zu Israel pflegt. Nach Jahrzehnten blutiger Kriege ist die Zusammenarbeit beider Länder heute eng. Israel und Ägypten kämpfen auf der Sinai-Halbinsel, die an den Gazastreifen grenzt, gemeinsam gegen islamistische Extremisten. Ägypten diente zudem als Vermittler bei Versöhnungsgesprächen der beiden größten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas in Kairo.  dpa

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026