Israel

Yair Lapid sagt in Netanjahu-Prozess aus

Jair Lapid (M.) kommt beim Jerusalemer Bezirksgericht an. Foto: copyright (c) Flash90 2023

Israels Oppositionsführer Yair Lapid hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in dessen Korruptionsprozess mit einer Aussage belastet. Netanjahu habe ihn vor rund zehn Jahren zweimal auf ein Gesetz angesprochen und dieses beiläufig als »gutes Gesetz« bezeichnet, sagte Lapid Medienberichten zufolge am Montag vor Gericht in Jerusalem.

Dies habe er als ungewöhnlich empfunden. Der Anklage nach hätte eine Verlängerung des Gesetzes dem Milliardär Arnon Milchan Steuervergünstigungen in Millionenhöhe verschafft.

Lapid war zu dem Zeitpunkt unter Netanjahu Finanzminister. Die Staatsanwaltschaft wirft Netanjahu Berichten zufolge vor, Lapid wegen des Gesetzes unter Druck gesetzt zu haben. Netanjahu und seine Frau sollen im Gegenzug von Milchan mit Luxusgeschenken versorgt worden sein. Der Korruptionsprozess gegen Netanjahu läuft schon seit mehr als drei Jahren.

Steuerbefreiung Mit dem sogenannten Milchan-Gesetz hätte eine Steuerbefreiung von israelischen Auswanderern bei ihrer Rückkehr nach Israel um weitere zehn Jahre verlängert werden sollen. Netanjahu wird zudem vorgeworfen, Milchan dabei geholfen haben, ein neues US-Visum zu bekommen. Netanjahu hatte in der Vergangenheit stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und sprach von einer »Hexenjagd«.

Lapids Aussage zufolge hatten Milchans Anwälte bereits vor dem Gespräch mit Netanjahu um die Prüfung einer Verlängerung des Gesetzes gebeten. Dies habe er jedoch zurückgewiesen.

Lapids Aussage vor Gericht soll sich über drei Tage hinziehen. Es wird erwartet, dass sich in den kommenden Wochen auch Milchan zu den Vorwürfen äußert. Medienberichten zufolge soll er sich aus London per Video zuschalten. dpa

Jerusalem

Netanjahu: Krieg gegen Iran »nicht vorbei«

Im »60 Minutes«-Interview spricht der Ministerpräsident auch über den Konflikt mit der Hisbollah, die amerikanische Militärhilfe für sein Land und den verlorenen Propagandakrieg

 11.05.2026

Naher Osten

Medienbericht: Israel soll geheimen Stützpunkt im Irak gebaut haben

Von dem Außenposten in einem irakischen Wüstengebiet soll Israel seine Angriffe auf den Iran koordiniert haben, berichtet das »Wall Street Journal«

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

von Roman Haller  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026