Terror

Israelischer Soldat und Rabbiner ermordet

Haltestelle im Westjordanland, wo der israelische Soldat von einem radikalen Palästinenser ermordet wurde. Foto: Flash 90

Bei einem Anschlag im Westjordanland sind am Sonntag nach Militärangaben ein israelischer Soldat getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Ein 47 Jahre alter Rabbiner erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Am Montagmorgen teilte das zuständige Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv mit, dass er seinen schweren Verletzungen erlag. Bei dem Rabbiner handelt es sich nach Medienberichten um einen Vater von zwölf Kindern.

Ein palästinensischer Attentäter griff nach Angaben der Armee an einer Kreuzung nahe der Siedlerstadt Ariel einen 19-jährigen Soldaten mit einem Messer an. Er habe dem tödlich Verletzten dessen Sturmgewehr abgenommen. »Der Angreifer schoss damit auf mehrere vorbeifahrende Fahrzeuge«, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus.

Ein 47 Jahre alter Rabbiner erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

FLUCHT In einem Auto sei der Zivilist getroffen worden. Der Angreifer habe einen anderen Wagen genommen und sei damit in Richtung Westen gefahren. An einer anderen Kreuzung habe er erneut das Feuer eröffnet und einen anderen israelischen Soldaten verletzt. Von dort aus sei der Täter in ein palästinensisches Dorf geflüchtet.

»Spezialtruppen sind im Einsatz, um ihn zu fassen«, sagte der Sprecher. Es sei noch unklar, ob der Attentäter einer bestimmten Organisation angehörte und ob er Helfershelfer hatte.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas lobte den Anschlag als »mutigen Einsatz« und »Reaktion auf die Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht«.

RECHENSCHAFT Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem von Terroristen, nach denen man an zwei Orten im Bereich Ariel suche. »Ich bin sicher, dass man sie fassen und zur Rechenschaft ziehen wird.«

Netanjahu sagte zudem, Israel sehe einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv am Donnerstagabend als sehr schwerwiegend an. Die im Gazastreifen herrschende Hamas trage die Verantwortung für alle Angriffe aus dem Palästinensergebiet, »ob sie absichtlich oder versehentlich geschehen«.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas lobte den Anschlag als »mutig«.

Er habe daher Luftangriffe auf 100 Hamas-Ziele in der Nacht zum Freitag angeordnet. Notfalls werde man solche Angriffe verschärfen, um die Ruhe der israelischen Bürger zu gewährleisten, warnte Netanjahu.

MASSENVERHAFTUNGEN Aus dem Gazastreifen gab es unterdessen am Sonntag Berichte über Massenverhaftungen von Teilnehmern an Protesten gegen die harten Lebensbedingungen in dem Küstenstreifen. Die Hamas-Polizei habe die Häuser von Aktivisten gestürmt und Dutzende festgenommen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan am Sonntag. Aus Kreisen der mit der Hamas rivalisierenden Fatah war sogar die Rede von Hunderten Festnahmen in den vergangenen drei Tagen. Bei verschiedenen Kundgebungen im Gazastreifen hatten Hunderte wütender Palästinenser gegen die Preise und Lebenshaltungskosten protestiert.

Der UN-Gesandte Nikolay Mladenov schrieb am Sonntag bei Twitter, er verurteile das gewaltsame Vorgehen der Hamas »gegen Protestierende, Frauen, Kinder, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten«.  dpa/ja

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026