Westjordanland

Israelische Soldaten für Vandalismus in Palästinenserdorf bestraft

Im Vorfeld der nun bestraften Armeerazzia kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Siedlern und Palästinensern. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach Vandalismusakten gegen das palästinensische Dorf Jinba im Süden des besetzten Westjordanlands hat die israelische Armee mehrere Soldaten bestraft. Sie führten ohne Genehmigung während einer Militäraktion Durchsuchungen in einer Schule und einer Klinik durch und zerstörten dabei Ausrüstung, teilte die Armee am Montagabend mit. Drei Soldaten wurden dafür für eine Woche ins Militärgefängnis geschickt.

Das Vorgehen der Soldaten verstoße gegen die professionellen und ethischen Standards der Armee, heißt es weiter. Entdeckt worden seien die Aktivitäten durch Filmaufnahmen in sozialen Medien.

Suche nach Waffen

Nach Armeeangaben wurde bei der Razzia in Jinba in der Nacht von Freitag auf Samstag nach Waffen gesucht. Ein Kommandant und zwei Kampfsoldaten wurden inhaftiert und der Zugführer wurde von seiner Funktion entbunden. Mehrere Kommandeure beteiligter Einheiten wurden gerügt.

Laut israelischen Medien hatten vor der Armeerazzia Dutzende israelische Siedler das Dorf Jinba angegriffen und mindestens sechs Palästinenser verletzt, darunter ein 15-Jähriger schwer. Bei einer darauffolgenden gewaltsamen Auseinandersetzung wurden 22 Palästinenser festgenommen. Bewohner beschuldigten die Armee demnach, dem Siedlerangriff auf das Dorf tatenlos zugesehen zu haben. Anschließend hätten die Soldaten Häuser überfallen und mutwillige Zerstörungen begangen, so die Bewohner. kna/ja

Türkei

Ehemalige israelische Soldatin in Istanbul festgenommen

Die Frau konnte erst nach diplomatischem Druck nach Hause zurückkehren

 27.02.2026

Spannungen in Nahost

USA raten Teil des Jerusalemer Botschaftspersonals und Angehörigen, Israel zu verlassen

Die amerikanische Botschaft empfiehlt US-Bürgern, die Möglichkeit einer Ausreise zu prüfen und warnt vor weiteren Maßnahmen

 27.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Kotel ist für alle da

Die Klagemauer könnte in Zukunft einzig vom orthodoxen Rabbinat verwaltet werden. Was als Schutz der Heiligkeit verkauft wird, wäre ein Angriff auf religiöse Vielfalt

von Sophie Goldblum  27.02.2026

Israel

Neue Pizza-Regeln für die Luftwaffe

Soldaten sollen künftig darauf verzichten, sich Speisen direkt ins Hauptquarter liefern zu lassen. Warum?

 27.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  27.02.2026

Tel Aviv

Ex-Geisel Matan Angrest berichtet von Verhören und Folter durch die Hamas

Zum ersten Mal seit seiner Freilassung hat Angrest über seine Zeit in der Gewalt der Hamas gesprochen

 27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026

Diplomatie

Israel und Indien vereinbaren »besondere strategische Partnerschaft«

Bislang galt für Israel: »Besondere strategische Partnerschaften« bestehen nur mit Deutschland und den USA. Jetzt wird auch die Zusammenarbeit mit Indien so eingestuft. Das hat Vorteile für beide

 26.02.2026