Konsequenzen

Israelische Banken sperren Extremisten-Konten

Bank Leumi in Jerusalem Foto: Flash90

Die israelische Bank Leumi hat das Hilfswerk der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) darüber informiert, dass sie ihr Bankkonto gesperrt hat. Dies folgt auf die Enthüllung, dass zwölf ihrer Mitarbeiter an den Massakern der Hamas am 7. Oktober beteiligt waren. Im Anschluss stellten mehr als zehn Länder, darunter die USA und Deutschland, die Finanzierung von UNRWA zumindest vorläufig ein.

Die Bank Leumi sagte, sie habe ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt, die zu Warnungen in den Risiko-Managementsystemen der Bank geführt hätten. Leumi habe Erklärungen von UNRWA-Vertretern verlangt, jedoch keine zufriedenstellenden erhalten. Daraufhin sei das Management ernsthaft besorgt gewesen, dass das Geld vom UNRWA-Konto an terroristische Gruppen im Gazastreifen gelangen könnte.

Nur einen Tag darauf veröffentlichte dasselbe Geldinstitut die Information, dass sie das Konto von Yinon Levy, einem israelischen Siedler, eingefroren habe. Levy war von der ersten Runde der US-Sanktionen betroffen, die am Donnerstag von US-Präsident Joe Biden genehmigt wurden. Es war damit der erste Fall praktischer Auswirkungen der amerikanischen Sanktionen durch eine israelische Behörde.

»Levy führt regelmäßig eine Gruppe von Siedlern an, die Palästinenser angreifen, ihre Felder in Brand setzen, ihr Eigentum zerstören und ihnen drohen.«

US-Aussenministerium

Die gegen Levi und seine Siedlerkollegen David Chai Chasdai, Einan Tanjil und Shalom Zicherman verhängten Sanktionen waren am Donnerstag veröffentlicht worden. Das US-Außenministerium erklärte, Levi habe eine Gruppe von Siedlern angeführt, die sich an Aktionen beteiligt hätten, die eine Atmosphäre der Angst unter den palästinensischen Gemeinden im Westjordanland geschaffen hätten.

»Levi führt regelmäßig eine Gruppe von Siedlern an, die Palästinenser angreifen, ihre Felder in Brand setzen, ihr Eigentum zerstören und ihnen drohen, ihnen erneut Schaden zuzufügen, wenn sie ihre Häuser nicht verlassen«, sagte das US-Außenministerium.

Weitere Maßnahmen von israelischen Banken erwartet

Kurz darauf gab die Bank Ha’Doar, das Finanzinstitut der israelischen Post, an, dass sie das Konto von Chasdai eingefroren habe. Ein anderes Institut, die Bank Hapoalim, verfügt ebenfalls über Konten von zwei Personen, gegen die die Sanktionen verhängt wurden. Hapoalim antwortete mit den Worten, dass sie internationale Sanktionen respektiere und sich an alle rechtlichen Anordnungen halten werde. »Aufgrund des Bankgeheimnisses können wir uns aber nicht zu konkreten Fällen äußern.«

Es wird erwartet, dass weitere israelische Banken ähnliche Maßnahmen gegen alle vier von den US-Sanktionen betroffenen Siedler ergreifen werden. Die Bank Leumi unterhält Niederlassungen in Europa und den USA, und im Fall von Levy hätten die US-Sanktionen die Bank ernsthaft gefährden können, wenn sie nichts unternommen hätte. Die amerikanischen Sanktionen könnten auch Auswirkungen auf die amerikanische Finanzierung von Siedlungen durch verschiedene Organisationen und Privatpersonen haben.

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026