Nahost

Israel verweigert UNRWA-Chef die Einreise

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini Foto: picture alliance/KEYSTONE

Israels Geduldsfaden mit dem Palästinenserhilfswerk UNRWA scheint gerissen zu sein: Philippe Lazzarini, der Schweizer Chef des Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser, darf offenbar nicht mehr nach Israel und in den Gazastreifen einreisen. Wie Recherchen der Schweizer Tageszeitung »Tages-Anzeiger« zeigen, wurde auch einem Antrag auf ein Arbeitsvisum Lazzarinis im Mai nicht stattgegeben. Im März war Lazzarini bereits die Einreise nach Gaza verweigert worden: Er habe nicht das richtige Formular ausgefüllt, hieß es zur Begründung.

Das Visum für Israel lief am 10. April dieses Jahres aus und wurde anschließend nur noch um einen Monat verlängert. Dieses ermöglichte dem Generalkommissar im Mai eine letzte Reise nach Israel. Weitere Einreiseversuche blieben laut dem »Tages-Anzeiger« erfolglos. Wie die UNRWA verlauten lässt, habe die israelische Regierung auf eine weitere Visa-Anfrage nicht mehr reagiert. »Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Die größte humanitäre Operation der UNRWA befindet sich im Gazastreifen, für die der Generalkommissar verantwortlich ist«, sagt Sprecherin Juliette Touma gegenüber dem »Tages-Anzeiger«.

Lesen Sie auch

Das israelische Außenministerium, das für Einreisebewilligungen zuständig ist, gibt ein generelles Statement ab: »Die UNRWA hat es versäumt, die Infiltration von Terroristen in ihren Reihen und die umfassende Nutzung ihrer Einrichtungen durch bewaffnete Gruppen zu verhindern.« Lazzarini und sein Team hätten Israel während des Krieges »nicht ein einziges Mal über die Nutzung der UNRWA-Einrichtungen durch die Hamas« informiert und damit gegen den Neutralitätsgrundsatz verstoßen. Diese tiefgreifenden und lang andauernden »Versäumnisse« könnten nicht korrigiert werden. Das Außenministerium stellt klar: »Generalkommissar Lazzarini, der Leiter der Organisation, trägt dafür die Verantwortung.«

Israels Außenministerium betont außerdem, man habe seine internationalen Verpflichtungen erfüllt und tue das auch weiterhin. »Die große Mehrheit der Uno-Mitarbeiter erhält eine Einreisegenehmigung«, heißt es. Aber die Uno komme ihrer Pflicht, unparteiisch und neutral zu handeln, seit jenem 7. Oktober »immer wieder in beschämender Weise« nicht nach.

Eklat

Yair Golan und Sara Netanjahu drohen einander mit Klage

Der Streit droht, vor Gericht zu landen. Der Parteivorsitzende der Demokraten weist die »Verräter«-Vorwürfe als haltlos zurück

von Sabine Brandes  02.09.2026

Wahlen

Paukenschlag

Zum ersten Mal steht ein jüdischer Politiker auf einer arabischen Liste: Der hochrangige Ex-Polizist Yoav Segalovitz kandidiert für die Partei Ra’am

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu sagt, Sicherheitschefs hätten ihn am 7. Oktober absichtlich nicht geweckt

Neu ist vor allem die Behauptung, die Sicherheitsführung habe ihn nicht lediglich aus einer Fehleinschätzung heraus nicht informiert, sondern sich bewusst dagegen entschieden

 02.09.2026

Militär

Der »Drache« ist unterwegs

Nach Jahren deutsch-israelischer Planung und Bauzeit hat das dritte U-Boot der Dolphin-Klasse die Kieler Werft verlassen und Kurs auf Israel genommen

von Sabine Brandes  02.09.2026

Nachrichten

Schule, Gewalt, Wasser

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu vor UN-Auftritt: Israel stellt sich auf Proteste und Boykotte ein

Auch mit einer Demo gegen den Ministerpräsidenten, zu der New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani aufrief, muss die israelische Delegation rechnen

 02.09.2026

Gazastreifen

Shin Bet nimmt Hamas-Sicherheitschef in Gaza-Stadt fest

Muin al-Arabid, Leiter des internen Sicherheitsapparats der palästinensischen Terrororganisation Hamas, wurde bei dem Zugriff verletzt und soll in Israel vernommen werden

 02.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  02.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 02.09.2026