Nahost

Israel verstärkt Sicherheit an Botschaften weltweit

Ajatollah Ali Chamenei Foto: picture alliance / abaca

Nahost

Israel verstärkt Sicherheit an Botschaften weltweit

Teheran droht nach der Tötung eines iranischen Spitzengenerals in Damaskus mit »harter Reaktion«

von Sabine Brandes  02.04.2024 13:44 Uhr

Jetzt hat sich sogar der iranische Präsident Ebrahim Raisi geäußert. Nach dem angeblich israelischen Anschlag auf das iranische Konsulat in der syrischen Hauptstadt Damaskus, bei dem ein hochrangiger General getötet wurde, habe er gesagt, dass »das Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben wird«. Das berichteten libanesische Medien am Dienstag.

Einen Tag zuvor hatte Teheran bestätigt, dass der Spitzengeneral der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Reza Zahedi, bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sei.

Syrische Staatsmedien schrieben, der Angriff habe am Montag gegen 17 Uhr stattgefunden. Das Gebäude des iranischen Konsulats sei völlig eingestürzt, und insgesamt seien sieben Mitglieder der Eliteeinheit »Quds« dabei getötet worden. Neben Zahedi sollen auch sein Stellvertreter Mohammad Hadi Rahimi und ein Leiter der Revolutionsgarden in Syrien und im Libanon, Hussein Amir Allah, gestorben seien.

Teheran wolle über Art und Weise der Bestrafung entscheiden

Der iranische Außenminister Hossein Amir Abdollahian erklärte: »Netanjahu ist aufgrund der Rückschläge in Gaza und der Nichterreichung der Kriegsziele aus dem Gleichgewicht geraten. Die Aggression verstößt gegen jegliche diplomatische Normen.«

Abdollahian machte Israel für die Aktion verantwortlich. Raisi kommentierte noch: »Die Zionisten müssen verstehen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen werden.« Teheran werde über »die Art der Reaktion und Bestrafung gegen den Angreifer« entscheiden.

Aus Jerusalem gibt es bislang keine offizielle Reaktion darauf. Allerdings befürchtet man nun, dass Iran als Vergeltung für das Attentat versuchen könnte, Botschaften im Ausland anzugreifen.

Noch am selben Tag kündigte das Außenministerium an, die Sicherheitsmaßnahmen für alle israelischen Vertretungen weltweit zu verstärken. Es wurden Richtlinien für Diplomatinnen und Diplomaten herausgegeben. »Wir drängen darauf, wachsames Verhalten und ein erhöhtes Bewusstsein für die Umgebung beizubehalten, mit Schwerpunkt auf routinemäßigen Bewegungen«, hieß es aus Jerusalem. Auch die Bereitschaft der IDF sei erhöht worden.

»Ich spreche nicht über Angriffe, über die ausländische Medien berichten. Wir konzentrieren uns darauf, die Kriegsziele Israels zu erreichen.«

IDF-Sprecher Daniel hagari

Die New York Times veröffentlichte einen Artikel, in dem es heißt, dass der Angriff aus der Luft auf ein Treffen abzielte, bei dem iranische Geheimdienstler und palästinensische Terroristen den Gaza-Krieg besprechen wollten. Unter ihnen seien Kommandeure der Quds-Truppen und des Palästinensischen Islamischen Dschihad gewesen, einer vom Iran unterstützten und finanzierten Terrororganisation.

Die Pressesprecherin im Weißen Haus, Karine Jean-Pierre, erklärte, dass sich die USA des Angriffs bewusst seien und ihn prüfen werden.

Die Eliminierung von Zahedi ist die bedeutendste Tat, die Israel seit dem 7. Oktober zugeschrieben wird. Er sei Kommandeur der Revolutionsgarden in Syrien gewesen und habe dort das iranische Luftverteidigungssystem überwacht. Zahedi wurde als Ersatz für Razi Mousavi berufen, der nach drei Monaten im Dienst bei einem gezielten Anschlag starb. Auch diese Tat schreibt der Iran Israel zu.

Treffen mit Amos Hochstein kurzfristig abgesagt

Der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari, antwortete auf Fragen von Reportern während einer Pressekonferenz, ob Israel den Anschlag auf Zahedi verübt habe: »Ich spreche nicht über Angriffe, über die ausländische Medien berichten. Wir konzentrieren uns darauf, die Kriegsziele Israels zu erreichen.«

Der Anschlag zog weitere Kreise: Unmittelbar danach wurde ein Treffen zwischen Amos Hochstein und dem Think Tank »Brookings Institution« im Libanon kurzfristig abgesagt. Hochstein ist Vermittler der US-Regierung in der Krise zwischen Israel und der Terrororganisation Hisbollah im Levantestaat.

Auch die Hisbollah wird vom Iran unterstützt. Es hätte dabei besprochen werden sollen, wie eine weitere Eskalation an der Grenze verhindert werden könne.

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