Gesellschaft

Israel verschärft Kampf gegen häusliche Gewalt

Proteste Anfang Dezember in Tzfat gegen Gewalt an Frauen Foto: Flash90

Nach heftigen Protesten wegen des gewaltsamen Todes von 26 Frauen im Jahr 2018 hat Israels Regierung ein Budget von umgerechnet rund 12 Millionen Euro für den Kampf gegen häusliche Gewalt gebilligt. Mehrere Frauenorganisationen hatten allerdings ein fünfmal höheres Budget für den Schutz von Frauen gefordert.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach der Entscheidung am Sonntag, die Regierung kämpfe entschlossen gegen Gewalt an Frauen. Der Plan werde sich besonders auf den arabischen Sektor konzentrieren, weil das Problem dort stärker ausgeprägt sei.

26 Frauen sind im letzten Jahr in Israel bei häuslicher Gewalt ums Leben gekommen.

PROGRAMM Finanzminister Mosche Kachlon sagte: »Die Gewalt gegen Frauen ist ein soziales Übel, gegen das wir mit allen Mitteln vorgehen müssen.« Teil des Plans seien auch Behandlungsprogramme für gewalttätige Männer, hieß es in einer Mitteilung des Büros von Netanjahu.

Insgesamt 26 Frauen sind im vergangenen Jahr nach Medienberichten in Israel bei häuslicher Gewalt ums Leben gekommen. Viele davon gehören der arabischen Minderheit an. Bei heftigen Straßenprotesten war der Regierung vorgeworfen worden, sie unternehme nicht genug gegen Gewalt an Frauen, weil die meisten der Opfer Randgruppen angehörten.

Die meisten weiblichen Opfer gehören der arabischen Minderheit an.

Nach Angaben der Frauenorganisation WIZO wird die Zahl der Frauen in Israel, die unter häuslicher Gewalt leiden, auf rund 200.000 geschätzt. Etwa eine halbe Million Kinder seien Zeugen dieser Gewalt. Israel hat rund neun Millionen Einwohner, etwa ein Fünftel davon Araber.  dpa

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026

Kriminalität

Großrazzien gegen Unterweltclans

Die israelische Polizei geht landesweit gegen vorwiegend arabische organisierte Verbrecherstrukturen vor

von Sabine Brandes  16.04.2026

Wetter

Hochsommer im April

Hitzewelle lässt Temperaturen in Israel auf bis zu 40 Grad steigen – Meteorologen sprechen von ungewöhnlich frühen Extremwerten

von Sabine Brandes  16.04.2026

Diplomatie

Libanons Präsident Aoun will nicht mit Netanjahu telefonieren

Eigentlich befinden sich Israel und der Libanon im Kriegszustand. Einige Zeichen deuten auf einen möglichen Durchbruch hin im Konflikt mit der Hisbollah. Aber Hürden bleiben

 16.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 16.04.2026

Gaza

Hamas bestätigt direkte Gespräche mit US-Vertreter

Erstmals seit der Waffenruhe sprechen Vertreter der Hamas und ein US-Berater direkt miteinander – doch die Fronten bleiben erwartungsgemäß verhärtet. Was fordert die palästinensische Terrororganisation, und was sind Israels Bedingungen?

 16.04.2026

Israel

Willkommen im Wahlkampf

Naftali Bennett und Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  16.04.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel auf mögliche Fortsetzung des Iran-Krieges vorbereitet

»Wir wollen, dass das angereicherte Material des Iran entfernt wird, und wir wollen die Beseitigung seiner Anreicherungskapazitäten im Iran«, sagt der Ministerpräsident

 16.04.2026