US-Wahl

Israel gratuliert Team Biden-Harris

Flagge zeigen in Jerusalem am Abend des 7. November 2020 Foto: Flash90

Politiker aller Couleur in Israel gratulieren dem neu gewählten demokratischen Präsidenten Joe Biden und der angehenden Vizepräsidentin Kamala Harris.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Likud) wartete zwölf Stunden, bis er auf die Nachrichten aus Washington reagierte. Dann betonte er die »warme und persönliche Beziehung« zwischen ihm und Biden und nannte ihn einen »großartigen Freund Israels«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

MEHRHEIT Netanjahu und (noch) US-Präsident Donald Trump gelten als sehr eng verbunden und persönlich befreundet. Der israelische Ministerpräsident bezeichnete den Republikaner stets als »historischen Pro-Israel-US-Präsidenten«. Niemand habe so viel für das Land getan wie er. Auch die Mehrheit der Israelis hatte sich vor der Wahl für Trump ausgesprochen. In Umfragen stellten sich rund 70 Prozent hinter ihn.

Kurz nach seinem Gratulations-Tweet an Biden dankte Netanjahu Trump: »für die Freundschaft, die Sie dem Staat Israel und mir persönlich entgegengebracht haben. Dafür, dass Sie Jerusalem und den Golan anerkannt, sich gegen den Iran gestellt haben und die historischen Friedensabkommen«.

TUMULTE Am Samstag war das Rennen in den USA nach Tagen der Ungewissheit und Anspannung entschieden worden. Damit geht die vierjährige Amtszeit von Trump, die oft von Tumulten und umstrittenen Maßnahmen geprägt war und die US-amerikanische Bevölkerung spaltete, zu Ende. Biden versprach in seiner Rede an die Nation, das Land einen und verstärkt gegen die Corona-Pandemie kämpfen zu wollen.

»Die strategische Allianz zwischen den Ländern und Völkern ist tief in unseren gemeinsamen Werten verwurzelt.«

Präsident Reuven Rivlin

Auch der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin sandte einen Segen an Biden: »als langjähriger Freund Israels sind Sie nun der Anführer der freien Welt und der engste und wichtigste Verbündete unseres Landes«. Die strategische Allianz zwischen den beiden Ländern und Völkern sei stärker als jegliche politische Führung und basiere nicht nur auf Freundschaft allein. »Sie ist tief in unseren gemeinsamen Werten verwurzelt sowie der Verpflichtung für Freiheit und Demokratie als Grundfeste unserer Gesellschaften einzustehen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

BEITRÄGE Politiker verschiedener israelischer Parteien schickten ebenfalls Glückwünsche. Nir Barkat vom Likud ist überzeugt, dass »unter der mutigen Führung von Joe Biden die positive Beziehung zwischen den beiden Ländern weitergehen wird«. Auch er dankte dem ausgehenden Trump für die »unglaublichen Beiträge zugunsten Israels«.

Der Vorsitzende der Linkspartei Meretz indes hält nichts von Trumps Politik. »Nach vier Jahren des bösen Geistes, der Lügen und Gangsterei ist jetzt die Zeit für eine ehrliche und anständige Führung gekommen«, schrieb Nitzan Horowitz auf Twitter.

Die politische Führung in Ramallah gibt sich derweil nüchtern. Während man keine großen Hoffnungen durch Biden habe, sei der Verlust von Trump eine Möglichkeit für die Palästinensische Autonomiebehörde aufzuatmen. Man müsse abwarten und sehen, wohin diese Entwicklungen führten, wird ein Vertreter von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in israelischen Medien zitiert.

DEMONSTRATIONEN Die Wahl in den USA war auch ein Thema bei den Anti-Netanjahu-Demonstrationen, die nach dem Ausgang des Schabbats wieder an verschiedenen Orten im ganzen Land stattgefunden haben.

Seit Wochen gehen viele Israelis jede Woche auf die Straßen, um ihrem Unmut gegen die Korruption in der Regierung und den Umgang mit der Pandemie Luft zu machen. In Jerusalem demonstrierten nach Angaben von Sicherheitskräften rund 3000 Menschen.

Vor dem US-Konsulat in Tel Aviv kamen mehrere Hundert Demonstranten zusammen. Viele Netanjahu-Gegner hatten Israel-Flaggen dabei und skandierten: Trump ist weg – und Bibi ist der nächste«.

Israel

Trauer um Yitzhak Arad

Der Holocaust-Überlebende und ehemalige Direktor von Yad Vashem starb im Alter von 94 Jahren

 07.05.2021

Brüssel

Gingen europäische Gelder an palästinensische Terroristen?

Die Europäische Kommission hat bereits angekündigt, die israelischen Vorwürfe eingehend zu prüfen

von Michael Thaidigsmann  07.05.2021

Meron

Kontrollverlust

Die Katastrophe zeigt, dass religiöse Stätten in Israel nicht für Massenversammlungen ausgelegt sind

von Sabine Brandes  06.05.2021

Israel

Bald Impfung für Zwölfjährige

Immunisierung gegen Coronavirus vor Schuljahresbeginn geplant

von Sabine Brandes  06.05.2021

Analyse

Viele Lösungen, ein Problem

Seit mehr als zwei Jahren steckt Israel in einer tiefen politischen Krise. Wie kann es weitergehen?

von Sabine Brandes  06.05.2021

Nachrichten

Tier, Dank, Diversität

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  06.05.2021

Einspruch

Trauer schweißt zusammen

Rabbiner Zsolt Balla fordert angesichts des Unglücks in Meron, weiterhin solidarisch zu bleiben

von Rabbiner Zsolt Balla  06.05.2021

Corona-Pandemie

BioNTech-Vakzin bietet sehr hohen Schutz

Israelische Studie bestätigt: Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 95 Prozent

 06.05.2021

Regierungsbildung

Yair Lapid erhält Mandat

Zuvor war das Mandat für Noch-Premier Benjamin Netanjahu abgelaufen

von Sabine Brandes  05.05.2021