Corona-Impfung

Israel: BioNTech/Pfizer-Vakzin wirkt bei 99 Prozent der Geimpften

Nur eine von 100 zweimal geimpften Personen steckt sich trotzdem mit dem Coronavirus an Foto: Getty Images/iStockphoto

Der vom Mainzer Unternehmen BioNTech gemeinsam mit dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff schützt offenbar noch besser vor Covid-19-Erkrankungen als bislang angenommen. Das legen die neuesten Daten nahe, die am Sonntag vom israelischen Gesundheitsministerium veröffentlicht wurden.

SYMPTOME Demnach testeten von jenen Personen, bei denen mindestens sieben Tage nach der zweiten Impfung ein Abstrich durchgeführt wurde, nur gut ein Prozent positiv. Auch die Verläufe waren schwächer: In dieser Personengruppe hatte nicht einmal jede fünfte Person typische Covid-19-Symptome wie Atembeschwerden oder Fieber.

Die Auswertung basiert auf einem Datensatz von knapp 3,4 Millionen Israelis, deren zweite Impfung bereits mehr als eine Woche zurückliegt. Von ihnen wurden bislang 4711 positiv auf das Coronavirus getestet; 907 klagten über Symptome. 99 Personen aus der Gruppe der Geimpften starben demnach an Covid-19.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Umgekehrt bestand in 97 Prozent der Fälle mit schweren Verläufen – insgesamt sind das in Israel 6095 – noch kein voller Impfschutz. 75 Prozent der Betroffenen waren sogar noch gar nicht immunisiert. Derzeit gibt es 37.698 aktive Fälle im Land.

R-WERT Am Montag erreichte Israel die 5-Millionen-Marke, was bereits geimpfte Bürger betrifft. 3,8 Millionen Israelis sind ausweislich der Zahlen des Gesundheitsministeriums mittlerweile sogar schon zweimal geimpft. Ungefähr sieben bis 14 Tage nach der zweiten Gabe soll der BioNTech/Pfizer-Impfstoff bisherigen Erkenntnissen zufolge seine optimale Wirksamkeit erreichen.

Trotz Optimismus und der Wiedereröffnung von Restaurants und Geschäften im Land warnen Gesundheitsexperten vor verfrühtem Optimismus: Der R-Wert, der die Zahl der Personen angibt, die von einem Infizierten angesteckt werden, liegt in Israel über 1, was auf eine Ausweitung der Pandemie hindeutet. Auch jene, die bereits den vollen Impfschutz hätten, dürften sich jetzt nicht leichtsinnig verhalten und beispielsweise auf das Tragen von Masken verzichten.

RICHTLINIEN Die Schutzwirkung gegen neuartige Mutanten des Virus ist auch noch nicht abschließend geklärt. Außerdem, sagte der Mediziner Jonathan Gershoni laut »Jerusalem Post«, seien manche Menschen trotz Impfung weniger resistent als andere.

Der Coronavirus-Beauftragte der Regierung, Nachman Ash, erklärte am Freitag, wenn man sich nicht verantwortungsvoll verhalte und die Bürger die Richtlinien nicht befolgten, bestehe sogar die Möglichkeit, dass in Kürze ein weiterer Lockdown verhängt werden müsse. Es wäre bereits der vierte in Israel innerhalb von 12 Monaten. mth

Jerusalem

Bildung: Israels Muslimas haben Vorsprung vor Männern

In der israelischen Arbeitswelt stellt sich die Situation anders dar

 27.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  27.05.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Wegen Haushaltsproblemen hatte die Regierung mehrere Posten nicht länger finanzieren wollen

 27.05.2026

Jerusalem

Shin Bet zerschlägt Terrorzelle in Ost-Jerusalem

Im Zentrum der Ermittlungen steht Salah Hamouri, ein PFLP-Aktivist mit französischer Staatsbürgerschaft

 27.05.2026

Jerusalem

Israel bestätigt Tod des neuen Hamas-Führers in Gaza

»Mohammed Odeh gehörte zu den letzten Kommandeuren der Hamas, die an der Planung und Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren«, teilen Armee und Schin Bet mit

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Gaza

Israel nach Angriff auf Top-Terroristen: »Wir werden sie alle früher oder später fassen«

Kürzlich tötete Israel den Militärchef der Hamas, Iss al-Din al-Haddad. Nun hat die Armee laut Ministerpräsident Netanjahu auch dessen Nachfolger ins Visier genommen

 26.05.2026

Debatte

Warum werden Israels Fehler laut, der mörderische Judenhass seiner Feinde aber allzu oft nur sehr leise benannt?

Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff

von Stephan-Andreas Casdorff  26.05.2026

Jerusalem

Medienreform oder Angriff auf die Pressefreiheit?

Israels Kommunikationsminister Shlomo Karhi verspricht mehr Wettbewerb. Kritiker warnen jedoch vor politischer Einflussnahme und der Schwächung unabhängiger Sender

von Sabine Brandes  26.05.2026