Den Haag

Israel beantragt Aufhebung des Haftbefehls gegen Netanjahu

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Foto: picture alliance / ANP

Israel hat die Aufhebung des internationalen Haftbefehls gegen Premier Benjamin Netanjahu verlangt. Der Internationale Strafgerichtshof müsse auch den Haftbefehl gegen den früheren Verteidigungsminister Joav Gallant zurückziehen, heißt es in einer Eingabe Israels an das Gericht in Den Haag. Das Dokument wurde auf der Website des Gerichts veröffentlicht.

Der Strafgerichtshof hatte im November die Haftbefehle gegen den israelischen Regierungschef und den Ex-Minister wegen angeblicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem 8. Oktober 2023 im Gazastreifen erlassen. Auch gegen Führer der Hamas waren Haftbefehle erlassen worden. Doch diese wurden nach Feststellung ihres Todes aufgehoben.

Israel erkennt das Gericht nicht an und hatte Einspruch eingelegt. Nun will es die Aufhebung der Haftbefehle erreichen, bis über den Einspruch entschieden ist.

Vorwürfe als absurd angesehen

Die Vorwürfe gegen Netanjahu und Gallant werden in Israel als absurd angesehen. Denn in Gaza verteidigt sich der jüdische Staat gegen die Hamas, eine palästinensische Terrororganisation, die Israel erklärtermaßen auslöschen will und weitere Massaker im Stil des 7. Oktobers 2023 bereits angekündigt hat. Die israelischen Streitkräfte schützen zugleich auch die Zivilbevölkerung Gazas so gut es geht, die von ihrer eigenen Führung als lebender Schutzschild missbraucht wird.

Lesen Sie auch

In erster Instanz war der Einspruch Israels abgewiesen worden. Doch im April hatten die Richter in der Berufung einen Rechtsfehler festgestellt und eine neue Entscheidung angeordnet. Das hatte aber keinen Einfluss auf die Haftbefehle. Wann die Richter erneut über den Einspruch entscheiden werden, ist unklar.

Der Haftbefehl kann die Bewegungsfreiheit des Premiers einschränken. Der Gerichtshof hat zwar selbst keine Möglichkeit, ihn festzunehmen. Doch seine Vertragsstaaten sind dazu verpflichtet, sobald sich Netanjahu auf ihrem Grundgebiet aufhält.

Zuletzt hatte Netanjahu Ungarn besucht, einen Vertragsstaat des Gerichts. Ungarn hatte sich geweigert, den Premier festzunehmen und den Austritt aus dem Gerichtshof angekündigt. Friedrich Merz hatte vor seiner Wahl zum Bundeskanzler erklärt, man werde Wege finden, wie Netanjahu auch Deutschland besuchen könne, ohne festgenommen zu werden. dpa/ja

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Nachrichten

Flüge, Preis, Kritik

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.03.2026

Krieg

Iran beschießt Israel erneut mit Raketen

Bislang gibt es keine Berichte über Opfer

 25.03.2026

Israel

Regierung stimmt Bau einer permanenten US-Botschaft in Jerusalem zu

Ein Grundstück im sogenannten Allenby-Komplex wird für das Vorhaben bereitgestellt

 25.03.2026

Nachrichten

Vermisst, Einmischung, Deal

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.03.2026

Israel

Lex Haredim auf Eis

Zustimmung zum Kriegshaushalt erkauft

von Sabine Brandes  24.03.2026

Libanon

Israel will Gebiet bis Litani-Fluss kontrollieren

Der israelische Verteidigungsminister will die Pufferzone zwischen Israel und der Hisbollah vergrößern

 24.03.2026