Hacking

Iran leakt persönliche Daten hochrangiger Israelis

(Symbolbild) Foto: Getty Images

Fotos, Screenshots, Kontaktlisten, private Dokumente: Das ist ein Teil der Informationen, die Hacker, die wahrscheinlich mit dem iranischen Geheimdienst in Verbindung stehen, ins Internet geleakt haben. Die Opfer: israelische Wissenschaftler und Diplomaten, Mitglieder des Verteidigungsapparates sowie ihre Familienangehörigen.

Bei einem Israeli handele es sich um »einen Atomwissenschaftler, der im Kernforschungszentrum Soreq arbeitete«, berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz am Montagmorgen.

Die Hacker hätten Fotos, die in Soreq aufgenommen worden sein sollen, sowie Screenshots mit Namen von angeblichen weiteren Atomwissenschaftlern veröffentlicht, heißt es weiter. Diese Wissenschaftler sollen am Teilchenbeschleuniger-Projekt der Einrichtung arbeiten. Allerdings stammten die bislang geleakten Bilder nicht tatsächlich aus Soreq, ergab eine Untersuchung.

Bis dato sind rund 30 Fotos gepostet worden. Während die Hacker versucht hätten, Daten auf einigen Dokumenten unkenntlich zu machen, übersahen sie offenbar hebräische Daten, die angaben, dass die Materialien als aus den Jahren 2014-2015 stammen.

Cyberkriminelle drangen in persönliches Email-Konto ein

Weder das Nationale Cyberdirektorium noch der Inlandsgeheimdienst Schin Bet gaben bislang einen Kommentar zu den vermuteten Leaks ab. Aus dem Büro des Premierministers hieß es im Namen der Atomenergiekommission Israels: »Nach einer gründlichen Prüfung können wir angeben, dass die Bilder und der Bauplan nicht zu einer der Einrichtungen [von Soreq] gehören.« In Bezug auf die Screenshots sagte die Kommission, dass sie »technisches Material im Zusammenhang mit dem Projekt zur Einrichtung eines Teilchenbeschleunigers im Kernforschungszentrum Soreq« enthielten.

Zudem seien die Cyberkriminellen in das persönliche Email-Konto eines ehemaligen Generaldirektors des Verteidigungsministeriums eingedrungen und hätten daraus private Fotos und Dokumente veröffentlicht, schreibt Haaretz weiter. Zudem leakten sie persönliches Material eines aktuellen israelischen Botschafters und eines ehemaligen Militärattachés in den USA und teilten auch Informationen über Familienmitglieder hochrangiger israelischer Beamter mit der Öffentlichkeit.

Die Hackergruppe verbreitete die gestohlenen Informationen über eine spezielle Website und teilt Links über ihren Telegram-Kanal. Israelische Experten identifizieren die Gruppe »als einen Arm der offensiven Cyber-Operationen des Iran, der sich hauptsächlich auf Einflusskampagnen konzentriert«.

»Sie wenden psychologische Kriegstaktiken an, um Angst und Abschreckung zu erzeugen.«

Ein hochrangiger Forscher des Nationalen Cyberdirektoriums erklärte gegenüber Haaretz in Bezug auf Leaks von vor einem Monat: »Diese Gruppe dient als Plattform zur Verstärkung der Angriffe, mit dem Ziel, die israelische Wirtschaft zu beeinflussen.« Mal sei das sehr erfolgreich, andere Male weniger. »Sie wenden psychologische Kriegstaktiken an, um Angst und Abschreckung zu erzeugen.«

Im vergangenen Monat teilte die israelische Polizei mit, sie habe sieben israelische Bürger festgenommen, denen vorgeworfen wurde, für den iranischen Geheimdienst Informationen über Israels Militärstützpunkte und Energieinfrastruktur gesammelt zu haben. Darüber hinaus sind weitere Israelis unter dem Verdacht angeklagt worden, für das Regime in Teheran zu spionieren.

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