Jerusalem

Irakische Delegation trifft israelische Regierung

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem Foto: Flash 90

Drei irakische Delegationen haben nach israelischen Angaben Israel besucht und dort Regierungsvertreter getroffen. Der Irak gehört zu den arabischen Staaten, die Israel nach seiner Gründung 1948 den Krieg erklärten. Die beiden Länder sind bis heute verfeindet.

»Wir sehen es als einen positiven Schritt und als einen Beweis, dass wir einen guten Dialog mit unseren Nachbarn in der Region und besonders mit dem Irak aufbauen können und sollten«, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem am Montag. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Die Iraker sollen die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht haben.

Den Berichten nach sollen drei irakische Delegationen israelische Wissenschaftler und Regierungsvertreter getroffen haben. Zu den Themen der Gespräche wollte sich der Ministeriumssprecher nicht äußern.

Außerdem sollen die Iraker die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besucht haben. Die Besuche seien geheim gehalten und als inoffiziell deklariert worden, auch um den irakischen Nachbarn und israelischen Erzfeind Iran nicht zu verärgern.

Die Besuche seien geheim gehalten worden, auch um den Iran nicht zu verärgern.

Nach dem Besuch der Delegationen forderte Iraks Vize-Parlamentspräsident Hassan Karim Al-Kaabi eine Untersuchung seiner Regierung. Das Außenministerium in Bagdad müsse den Grund für den Besuch untersuchen und die Namen der beteiligten Abgeordneten offenlegen, erklärte Al-Kaabi am Montag. »Die besetzten Gebiete zu besuchen, ist eine rote Linie und eine sehr sensible Angelegenheit für Muslime in aller Welt.«

Israel und arabische Staaten wie Saudi-Arabien rücken immer näher zusammen, weil sie im Iran einen gemeinsamen Feind und eine Bedrohung sehen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu betont immer wieder, hinter den Kulissen gebe es eine Annäherung Israels an mehrere arabische Staaten.

Im Oktober hatte mit Netanjahu erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder ein israelischer Regierungschef den arabischen Golfstaat Oman besucht.  dpa

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Bundeskanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 17.09.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Heikle Bergung eines 2000 Jahre alten Ritualbads in Israel

Mit Spezialkran und viel Fingerspitzengefühl: In Israel wird eine 25 Tonnen schwere Mikwe aus der Erde gehoben. Stahlträger halten das antike Bauwerk zusammen – die heikle Bergung gelingt unbeschadet

 17.09.2026

Nachrichten

Nachteulen, Gedenken, Tierschutz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  17.09.2026

Eklat

Kampfpilot weist Vorwürfe von »Naza« zurück

Ein ehemaliger Kommandeur einer Luftwaffenbasis widerspricht der Darstellung, die Armee nehme den Tod von Zivilisten bewusst in Kauf. Zugleich verteidigt er die kritische Auseinandersetzung mit dem Militär

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Schwitziges Date

Beim alljährlichen »Singles Run« laufen Tausende der großen Liebe hinterher

von Sabine Brandes  17.09.2026

Jerusalem

Netanjahu strebt Gesetzesänderung an

Der Ministerpräsident reagiert damit auf die Diskussion um den Dokumentarfilm »Naza«. Über dessen Macher Yuval Abraham und Rachel Szor sagt der Regierungschef: »Ihr Platz ist nicht hier.«

 17.09.2026