Politik

»In freundlicher Atmosphäre«

Die israelische Unterhändlerin Zipi Livni und der Palästinenser Saeb Erekat am Montagabend in Washington. Foto: AP

Gemeinsam mit US-Außenminister John Kerry trafen sich die israelische Unterhändlerin Zipi Livni und der Palästinenser Saeb Erekat am Montagabend in Washington, um nach drei Jahren Stillstand die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen sind auf neun Monate angelegt. Nach dieser Zeit soll es keine Interimslösung, sondern einen finalen Status im Nahostkonflikt geben.

Am Tag zuvor hatte es im israelischen Kabinett eine hochemotionale Debatte gegeben. Nach stundenlanger Diskussion entschied man sich am Sonntag für die Freilassung von 104 palästinensischen Gefangenen, darunter Terroristen, verurteilte Mehrfachmörder. Am Ende stimmte jedoch die Kabinettsmehrheit zu.

Rhetorik Trotz der positiven Stimmung am ersten Verhandlungstag übte sich einer – obwohl bei den Gesprächen nicht anwesend – in feindseliger Rhetorik. Während eines Besuches in Kairo tönte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dass »kein einziger Israeli« in einem zukünftigen Palästinenserstaat verweilen könnte.

Dadurch ließ sich Zipi Livni ihren Optimismus nicht nehmen. Die Gespräche würden in »freundlicher Atmosphäre stattfinden«, erklärte sie. Schließlich träfen sich hier alte Freunde, die bereits viele Stunden in Verhandlungssälen gemeinsam verbracht hätten.

Mehr dazu in der kommenden Ausgabe am Donnerstag.

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026

Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommen

Netanjahu bezeichnet Phase 2 als »symbolisch«

Die USA starten den nächsten Schritt in Gaza, obwohl die Hamas die Waffen nicht niedergelegt und die letzte Geisel noch nicht überführt hat

von Sabine Brandes  15.01.2026

Iran

Israelische Experten rechnen mit Fortsetzung der Proteste

Das Mullah-Regime kann die Demonstrationen mit brutaler Gewalt bekämpfen, sei aber außerstande, die tiefergehenden Ursachen der Proteste zu beheben

 15.01.2026

Antisemitismus

Schriftstellerin Funk lebt lieber in Tel Aviv

Künstlerinnen und Künstler aus Israel klagen seit Langem über Schwierigkeiten in Deutschland

 15.01.2026

Naturgewalt

Erdbeben der Stärke 4,2 in Israel

Erstmals wurde das Warnsystem großflächig ausgelöst. Die Erschütterungen waren bis ins Zentrum spürbar

von Sabine Brandes  15.01.2026

Israel Affäre

Katargate hält Israel in Atem

Die Ermittlungen wegen vermeintlicher Zahlungen aus Doha an enge Berater des Premierministers ziehen immer weitere Kreise

von Sabine Brandes  15.01.2026