Israel

»Ihr solltet euch selbst verteidigen«

Israels Premier Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Libanon am Mittwoch zu einem entschlossenen Vorgehen gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz aufgerufen. Vor einer erwarteten Beratung des UN-Sicherheitsrates über Hisbollah-Terrortunnel im Grenzgebiet beider Länder warnte Netanjahu vor einer Gefährdung libanesischer und israelischer Zivilisten.

»Die Hisbollah bringt euch in große Gefahr«, warnt Netanjahu die libanesischen Bürger.

»Die Hisbollah bringt euch in große Gefahr, Ihr solltet euch selbst verteidigen und sie zurückdrängen, die Hisbollah bekämpfen, für die Zukunft des Libanons«, sagte Netanjahu in einer Botschaft an das libanesische Volk. Er verurteilte das Graben von Terrortunneln als »kriegerischen Akt« der Hisbollah gegen sein Land und forderte ein energisches Vorgehen der internationalen Gemeinschaft auch gegen die Schutzmacht Iran.

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MISSBRAUCH »Die libanesische Armee unternimmt nichts«, sagte Netanjahu. »Ihr Gebiet wird für Angriffe auf unser Gebiet missbraucht.« Die Hisbollah verwende jedes dritte Haus im Süden des Libanons für aggressive Zwecke.

Die UN-Friedenstruppen bestätigen die Existenz der Terrortunnel.

Israel hat in diesem Monat bereits vier Angriffstunnel der Hisbollah-Miliz ausfindig machen können. Die UN-Friedenstruppen im Libanon (Unifil) bestätigten die Existenz der Tunnel nahe der blauen Linie, der internationalen Grenze. Zwei davon überqueren die blaue Linie und verstoßen damit gegen die UN-Resolution 1701, wie Unifil mitteilte. Mit der Resolution war der Libanonkrieg 2006 beendet worden.

Die Angriffstunnel geben nach Einschätzung von Unifil Anlass zu »ernsthafter Besorgnis«, die technischen Untersuchungen dauerten an. Israel hat die Zerstörung der unterirdischen Gänge angekündigt.

Die Blauhelme der Unifil überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Gegenwärtig sind etwas über 10.000 UN-Soldaten an dem Einsatz beteiligt. Auch die Bundeswehr ist mit mehr als 100 Soldaten dabei.  dpa/ja

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