Coronavirus

Hunderte Israelis in Quarantäne

Angestellte im Sheba-Krankenhaus, die sich auf die israelischen Passagiere des Kreuzfahrtschiffes vorbereiten Foto: Flash 90

Hunderte von Israelis sind seit Samstag in Quarantäne. Zuvor war bekannt geworden, dass 18 Mitglieder einer Reisegruppe aus Südkorea, die durch das Heilige Land tourte, positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Die Gruppe ist zwar wieder zurück in ihrer Heimat, doch noch ist unklar, ob Teilnehmer bereits während der Reise vom 8. bis 15. Februar infiziert waren. Derweil verschärfte das Gesundheitsministerium in Jerusalem die Regeln, um das Virus einzudämmen. Ein Flugzeug aus Südkorea wurde am Samstagabend am Ben-Gurion-Flughafen abgewiesen.

Aufenthaltsorte Die koreanischen Pilger waren an verschiedenen Orten mit Bewohnern oder anderen Touristen zusammengekommen. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte die Liste der Aufenthaltsorte und forderte die Israelis auf, eventuelle Treffen zu melden.

Unter den Israelis in Quarantäne befinden sich Dutzende von Schülern.

Die Einwanderungsbehörde versucht derzeit, die Namen der Menschen zu finden, die mit im Flugzeug waren. Unter den Israelis in Quarantäne befinden sich Dutzende von Schülern, die sich zur selben Zeit wie die Gruppe an bestimmten Orten aufgehalten hatten. Auch zwölf Sicherheitsleute wurden isoliert.

Seit Samstag ist es Südkoreanern und Japanern untersagt, nach Israel einzureisen. Israelis, die aus diesen Ländern zurückkehren, müssen sich für vier Tage in Isolierung begeben. Flüge in die Nationen sind bis auf Weiteres suspendiert.

Es besteht die Möglichkeit, dass das Virus sich durch den Aufenthalt der südkoreanischen Gruppe in Israel verbreitet.

In einer Pressekonferenz erklärte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman-Tov, es bestehe die Möglichkeit, dass sich das Virus durch den Aufenthalt der koreanischen Gruppe in Israel verbreitet. »Wer sich nicht in Qurantäne begibt, gefährdet die Öffentlichkeit«.

Man habe die Geschwindkeit der Ausbreitung des Coronavirus in Südkorea und Japan überwacht, so Bar Siman-Tov weiter. »Sie ist sehr hoch. Wir empfehlen, von Reisen in diese Länder abzusehen.« Man ziehe zudem die Restriktion anderer Destinationen, zum Beispiel Taiwan, in Erwägung.

Landung Die Regierung in Seoul protestierte gegen die Abweisung des Flugzeuges von Korean Air und versuchte, die israelische Regierung umzustimmen. Doch ohne Erfolg. Die Entscheidung wurde zwei Stunden vor der Landung getroffen. Lediglich den zwölf Israelis an Bord war es erlaubt, die Maschine am Flughafen zu verlassen. Sie wurden in Quarantäne gebracht, alle anderen Passagiere flogen zurück nach Seoul.

Auch die israelischen Passagiere des Kreuzfahrtschiffes »Diamond Princess«, die nach Israel zurückgeholt wurden, sind isoliert.

Auch die israelischen Passagiere des Kreuzfahrtschiffes »Diamond Princess«, die nach Israel zurückgeholt wurden, sind isoliert. Sie befinden sich auf einer speziellen Station außerhalb des Sheba-Krankenhauses in Tel Hashomer. Der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato entschuldigte sich, dass eine Israelin, die negativ getestet wurde, doch mit dem Virus infiziert ist.

Olympische Spiele Die japanische Regierung sieht sich derzeit Kritik ausgesetzt, nicht genug zu unternehmen, um die Verbreitung der Krankheit zu beschränken, vor allem im Hinblick auf die Olympischen Spiele im Sommer.

China berichtet derweil von einem Rückgang der neuen Infektionen. Allerdings heißt es aus Peking, dass die Inkubationszeit für den COVID-19-Virus einen Monat, statt wie bisher angenommen zwei Wochen, dauern könnte. Ein Chinese entwickelte erst 27 Tage, nachdem er infiziert wurde, Symptome der Krankheit.

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren angeblichen Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026

Terror

Juden für Iran ausgespäht: Spionageprozess beginnt

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt der Prozess gegen zwei Männer, die im Auftrag des Irans gezielt Juden und Israel-Freunde für Anschläge ausgespäht haben sollen

 17.06.2026