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Hunde, Tanz, Roboter

Schäferhunde helfen Ex-Häftlingen. Foto: Flash 90

Hunde
In einem neuen Projekt sollen Vierbeiner ehemaligen Gefängnisinsassen den Wiedereinstieg in die Gesellschaft leichter machen. Hundetrainerin Efrat Nofech Keneri hatte zuvor mit Hunden und autistischen Kindern sowie Blinden zusammengearbeitet. Doch jetzt steht für sie Resozialisierung auf dem Programm. Die Hunde waren allesamt ausgesetzt, die Häftlinge werden in Kürze aus dem Gefängnis entlassen. Während des Trainings machen die Insassen die Hunde fit für ihre neue Adoptivfamilie. Die erste Gruppe von fünf Hunden und zehn Häftlingen aus der Hermon-Haftanstalt hat das Programm bereits erfolgreich abgeschlossen. Gesponsert wird die Aktion von einer philanthropischen Gesellschaft, die anonym bleiben möchte, und der Gesellschaft für das Vermeiden von Tierquälerei (SPCA).

Tanz
Die Batsheva Dance Company bekommt ein neues Tanzzentrum im Süden von Tel Aviv. Diesen Vorschlag nahm das Planungskomitee der Stadtverwaltung einstimmig an. Die weltweit erfolgreiche Truppe wird in einen Komplex einziehen, der dort gebaut wird, wo einst der alte zentrale Busbahnhof lag. Das Gebäude soll ein internationales Tanzzentrum, ein Theater, ein Kino sowie eine Mehrzweckhalle beherbergen. Außerhalb soll eine offene Plaza liegen, auf dem Dach ein Open-Air-Kino eingerichtet werden. Einige Ratsmitglieder wollen ein Zentrum für aschkenasisches und sefardisches Judentum hinzufügen. Der Bau ist Teil eines größeren Planes, der auch Bürotürme und private Wohnungen beinhaltet. Aktivisten protestieren dagegen, weil sie meinen, das Vorhaben würde die ansässige, meist sozial schwächere Bevölkerung verdrängen.

Unfall
Bei einem Unfall auf einer Baustelle in der Stadt Jawne sind vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Kran stürzte in sich zusammen, die Gegengewichte krachten in ein Wohnhaus. Drei der Getöteten waren chinesische Gastarbeiter, einer der israelische Kranführer. Sein lebloser Körper hing mehr als eine Stunde lang in der Luft, während die Menschen vom Boden schockiert zuschauten. Seit Anfang des Jahres sind bereits 20 Menschen bei der Arbeit auf Baustellen ums Leben gekommen, allein in Jawne sieben. Ende 2018 hatte die Regierung versprochen, die Sicherheit durch verschiedene Maßnahmen zu verbessern. Doch die meisten von ihnen wurden nie umgesetzt. Baustellen werden einem Bericht des staatlichen Kontrolleurs zufolge lediglich alle zwei Jahre überprüft.

Alarm
Es soll präziser werden: Die Armee testet ein neues System, das bei Raketenbeschuss Alarm schlägt. Es schrillt lediglich in den gefährdeten Städten oder Gemeinden, in denen das Geschoss einschlagen könnte. Das Land wird dafür in sogenannte Polygone eingeteilt. Bislang geht der Alarm in relativ breit gefächerten Gebieten los, wenn eine Rakete auf Israel abgeschossen wird. Dank der neuen Sirenen soll für möglichst wenige Menschen der Alltag unterbrochen werden, wenn es Angriffe gibt. Am Montag wurde der Alarm in mehreren Orten in Galiläa, darunter Safed und Kiriat Schmona, ausprobiert.

Roboter
An der Ben-Gurion-Universität ist die erste experimentelle Roboter-Drohne entwickelt worden. David Zarrouk designte das Gefährt, das »wie ein typischer Quadrokopter fliegt, durch unzugängliches Gebiet fährt und sich in enge Räumlichkeiten quetscht«. Der Hybrid »FSTAR« (»Flying Sprawl-Tuned Autonomous Robot«) wird offiziell auf der Robotics-Messe in Montreal, Kanada, vorgestellt. Zarrouk von der Abteilung für mechanisches Ingenieurwesen baute FSTAR gemeinsam mit seinem Studenten Nir Meiri. Der Roboter kann für Such- und Rettungsaktionen, Landwirtschaft, Instandhaltung, Reinigungsarbeiten sowie im Bereich Film und Unterhaltung eingesetzt werden. Der Prototyp soll in verschiedenen Größen gebaut werden.

Lesung
Es wird nun doch eine Lesung zum Thema »Nakba« geben. Zuvor hatte die Universität Tel Aviv die Veranstaltung abgesagt, weil sie gegen das Nakba-Gesetz verstoße. Doch dann teilte die Uni mit, die Veranstalter hätten »ihren Standpunkt erklärt«. Mit dabei sein wird Ofer Cassif von der Linkspartei Chadasch. »Nakba« ist der palästinensische Ausdruck für die Vertreibung der arabischen Bevölkerung während des Unabhängigkeitskrieges. Die Vereinigung für Bürgerrechte (ACRI) argumentiert, dass das Nakba-Gesetz von 2011 keine Aktivitäten zum Nakba-Tag oder der Darstellung der palästinensischen Sicht in akademischen oder öffentlichen Institutionen verbiete. Es besage lediglich, dass der Staat die öffentliche Finanzierung für derartige Veranstaltungen verweigern kann.

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026

Gazastreifen

Grenzübergang Rafah soll Sonntag geöffnet werden

Die Öffnung gelte begrenzt für den Personenverkehr, teilte die israelische Armee mit

 30.01.2026

Israel

Möglicherweise bald Primark in Israel

Wegen hoher Versand- und Logistikkosten hat der europäische Kleidungsdiscounter die Region bisher gescheut. Doch nun scheint es Verhandlungen zu geben

 30.01.2026

Wissenschaft

Israelische Studie: Gene beeinflussen Lebenserwartung stärker als gedacht

Das Weizmann-Institut liefert überraschende Erkenntnisse: Demnach bestimmt das Genom deutlich mehr über das erreichbare Lebensalter, als bisher angenommen

 30.01.2026

Tel Aviv

Fast zwei Millionen Israelis leben unter der Armutsgrenze

Besonders besorgniserregend: Fast jedes vierte Kind in Israel wächst in Armut auf

 30.01.2026

7. Oktober

Ex-Geisel Alexander Troufanov: »Erst jetzt können wir wieder atmen«

Nach der Rückkehr der sterblichen Überreste Ran Gvilis fühlt sich Alexander Troufanov endlich frei, wie er in einem Interview erzählt

 30.01.2026

Spannungen in Nahost

Israel bereitet sich auf mögliche Eskalation mit Iran vor

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berät sich mit führenden Sicherheitsvertretern zu einem offiziell als »geheim« bezeichneten Thema. Steht eine Entscheidung der USA über einen Angriff gegen das Teheraner Regime kurz bevor?

 30.01.2026

Jerusalem

Israels Streitkräfte verzichteten auf Angriffe, um Geiseln zu retten

Die Entscheidung, einzelne Terroristen nicht zu töten, habe während des Krieges ein Dilemma dargestellt: Einerseits sollten Bedrohungen neutralisiert werden, andererseits konnten Terroristen wertvolle Informationen liefern, sagt ein IDF-Offizier

 30.01.2026

Doha/Gaza

Hamas: Komplette Entwaffnung kommt nicht infrage

Moussa Abu Marzouk, Mitglied des Hamas-Politbüros, sagt, die Organisation habe zu keinem Zeitpunkt einer Übergabe aller Waffen zugestimmt

 30.01.2026