Kulinarisch

Hummus geht einfach immer

Masterchef Tom Franz lässt es sich im Kerem Hateimanim in Tel Aviv schmecken. Foto: Yadid Levy

Kulinarisch

Hummus geht einfach immer

Der deutsch-israelische Masterchef Tom Franz verrät zum Welt-Hummus-Tag sein Kichererbsen-Rezept

von Sabine Brandes  13.05.2020 14:42 Uhr

Morgens, mittags, abends: Hummus geht einfach immer. Diese Meinung vertreten sicher alle Israelis. Der Kichererbsenbrei ist inoffizielles Nationalgericht und gehört in jeden Kühlschrank. Am 13. Mai ist internationaler Welt-Hummus-Tag, der natürlich nur auf eine Weise begangen werden kann – mit gigantischen Portionen des köstlichen nahöstlichen Breis.

KULTGERICHT Im ganzen Land findet man die »Hummussia«. In diesen Straßenlokalen wird ausschließlich Hummus serviert. Einige wenige Zutaten wie saure Gurken, Tehina, hart gekochte Eier und simplen Gemüsesalat gibt meist obendrauf, doch generell steht auf der Speisekarte, so es überhaupt eine gibt: Hummus. Hier kehren alle ein, von Kindern, die sich den Brei in der halben Pita auf dem Nachhauseweg schmecken lassen, über Bauarbeiter mit großem Appetit bis zu den Schönen und Hippen, die den Hummus zum Kultgericht gekürt haben.

Manchmal sind die Lokale nicht viel größer als ein Loch in der Wand mit einem riesengroßen Kochtopf, in dem es vor sich hinköchelt. Tische und Stühle stehen auf dem Bürgersteig. Und natürlich meinen alle Buden, dass sie den besten Hummus im ganzen Land kredenzen. Maftiach – Versprochen!

TELLER Hummus wird übrigens weder mit Löffel noch Gabel gegessen, sondern mit Stückchen von Fladenbrot vom Teller gewischt. Und auch der Biss in das Zwiebelviertel gehört zum stilechten Genuss.

Über die Herkunft streiten sich natürlich die Geister. Jedes Land im Nahen Osten will die erfolgreiche Kost in seiner heimatlichen Küche erfunden haben. Archäologische Funde haben gezeigt, dass Kichererbsen schon vor rund 10.000 Jahren in dieser Region angebaut wurden. Rezepte für Pürees mit verschiedenen Gewürzen sind bereits in Jahrhundertealten arabischen Kochbüchern aufgetaucht.

Auch Masterchef Tom Franz schwört auf Hummus in seiner Küche. Er ist in Israel mittlerweile eine echte Berühmtheit. Seine kulinarischen Köstlichkeiten – allesamt koscher – werden gefeiert. Hummus gehört für Franz zu den Grundnahrungsmitteln, seit er ihn vor 30 Jahren in Israel kennen und lieben lernte. »Ein guter Hummus macht glücklich. Aber so einfach das Rezept klingt, ist es eine Kunst, guten Hummus zu machen.«

Zum Welt-Hummus-Tag teilt er das Rezept für Hummus mit heißem Pilzragout mit unseren Lesern:

Zutaten (für 4-6 Personen):
Für den Hummus:
• 500 g getrocknete Kichererbsen (über Nacht in reichlich Wasser eingeweicht), alternativ Kichererbsen aus Glas oder Dose, 1 kg (Abtropfgewicht)
• 2 Knoblauchzehen
• 400 bis 500 g Tahini
• Saft von 1 bis 2 Zitronen
• 1⁄2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
• Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Für das Pilzragout:
• 2 bis 3 Zwiebeln
• 4 bis 6 EL natives Olivenöl
• Salz
• 1 kg kleine Champignons oder größere Exemplare, in Stücke geschnitten
• 1⁄2 TL Kurkuma, gemahlen
• schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:
1. Für den Hummus die Kichererbsen abgießen, sorgfältig abspülen, in einen Topf geben und mit reichlich Wasser bedecken, dabei etwas salzen. Alles aufkochen lassen und bei kleiner Hitze simmern lassen, bis die Kichererbsen sehr weich sind. (Das kann durchaus zwei Stunden dauern, wenn getrocknete Kichererbsen verwendet werden.) Die Kichererbsen abgießen und das Kochwasser beiseitestellen.

2. Die Knoblauchzehen schälen und grob zerschneiden. Die Kichererbsen und den Knoblauch in der Küchenmaschine oder im Mixer fein pürieren. Tahini und Zitronensaft portionsweise (Menge nach Belieben) unterrühren. Mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer würzen. Wenn die Masse zu kompakt ist, mit dem beiseite gestellten Kochwasser verdünnen. Falls der Hummus zu flüssig geworden ist, weiteres Tahini hinzufügen.

3. Für das Pilzragout die Zwiebeln schälen und zuerst in Viertel, dann in Scheiben schneiden. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln mit etwas Salz andünsten, bis sie leicht Farbe nehmen und weich sind. Die Pilze dazugeben und zehn bis 15 Minuten garen. Kurkuma hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Weitere fünf Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen.

4. Eine Portion Hummus auf dem Teller ausstreichen und darauf eine ordentliche Portion Pilze anrichten. Dazu frisches Fladenbrot reichen.

Beteavon!
#internationalhummusday

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026