Nahost

Hoffnung auf neue Feuerpause

Ein Panzer der IDF am Montag in der Nähe des Gazastreifens Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Während Israels Armee verstärkt im Süden Gazas gegen die islamistische Terrororganisation Hamas vorgeht, bemühen sich Vermittler in dem Krieg um eine neue Waffenruhe. Die Hoffnung auf ein mögliches neues Abkommen zur Befreiung israelischer Geiseln aus der Gewalt der Hamas im Gegenzug für eine längere Kampfpause sei gestiegen, berichtete die Zeitung »The Times of Israel« in der Nacht zum Mittwoch.

Derweil beschoss die Hisbollah vom Libanon aus erneut den Norden Israels, woraufhin die Streitkräfte mit Angriffen gegen den dortigen Terror reagierten. Wie die Hamas und die Huthi wird die Hisbollah vom Regime in Teheran unterstützt. Das US-Militär wiederum reagierte im Irak mit einem Gegenschlag auf einen Angriff ebenfalls proiranischer Terror-Kräfte.

Die Hamas soll sich unterdessen einem Medienbericht zufolge offen für Verhandlungen über eine Freilassung einiger israelischer Geiseln gezeigt haben. Die Terroristen hätten Vermittlern erklärt, sie seien zu Gesprächen über die Freilassung der weiblichen Zivilisten und Kinder im Gegenzug für eine »signifikante« Feuerpause bereit, berichtete das »Wall Street Journal« am Dienstag unter Berufung auf ägyptische Beamte.

Angreifer wollen Ende des Krieges

Im Laufe einer einwöchigen Waffenruhe Ende November vergangenen Jahres hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 240 palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen.

Die Hamas knüpfte bislang jegliche weitere Geiselfreilassungen an ein Ende des Krieges, da sie sich unter massivem militärischem Druck befindet und ihre Herrschaft in Gaza zu Ende gehen dürfte. Die Terroristen halten israelischen Regierungsangaben zufolge noch immer rund 130 Menschen fest. Die Hamas hatte auch diesen Krieg am 7. Oktober mit ihren Massakern und Geiselnahmen begonnen.

Unter den weiterhin in der Gewalt des palästinensischen Terrors verbleibenden Geiseln seien israelische Soldatinnen, so das »Wall Street Journal«. Die Regierung in Jerusalem geht davon aus, dass noch 105 Geiseln am Leben sind und viele von ihnen in dem unterirdischen Tunnel-Netzwerk der Hamas festgehalten werden.

Erfolg nicht garantiert

Israel soll nach Informationen des Nachrichtenportals »Axios« eine zweimonatige Feuerpause im Gegenzug für die Freilassung sämtlicher Geiseln vorgeschlagen haben. Das Angebot sei den Vermittlern aus Ägypten und Katar übergeben worden, die sich derzeit bemühen, die Kluft zwischen den unterschiedlichen Forderungen zu überbrücken.

Die jüngste Entwicklung sei zwar positiv, bedeute aber nicht, dass eine Einigung unmittelbar bevorstehe, schrieb das »Wall Street Journal«. Die Gespräche könnten laut ägyptischen Beamten immer noch scheitern.

Unterdessen hat die Armee in der Gegend von Chan Junis im Süden des Gazastreifens Dutzende weitere Terroristen getötet. Es seien am Dienstag mehr als 100 Terroristen im Westen der Stadt eliminiert worden, teilte Armeesprecher Daniel Hagari am Abend mit. Die Armee hatte die Stadt, die als Hochburg der Hamas gilt, am Vortag umstellt. Israel vermutet dort die Führungsleute der Hamas wie auch israelische Geiseln. dpa/ja

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