Raketenangriff

»Hinterhältiger Terror«

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin Foto: Flash 90

Präsident Reuven Rivlin hat nach dem Raketenangriff aus dem Gazastreifen mit dem Vorsitzenden des Regionalrates von Lev Hascharon nördlich von Tel Aviv gesprochen: »Sagen Sie allen, dass sie hoch erhobenen Hauptes ihrem Alltag nachgehen sollen«, betonte Rivlin. Sieben Menschen wurden bei einem direkten Treffer auf ein Wohnhaus im Moschaw Mischmeret leicht bis mittelschwer verletzt, darunter drei Kinder.

Der Präsident ließ sich von dem Vorsitzenden Amir Ritov auf den neuesten Stand bringen und erklärte: »Wir sind in Gedanken mit euch an diesem Morgen, auch hier in Jerusalem. Ich habe zwei Enkeltöchter und einen Enkelsohn, die in Ihrer Region leben. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen in die Schule und den Kindergarten gehen und dass alles in Ordnung ist. Wir werden nicht erlauben, dass dieser hinterhältige Terror unser Leben völlig auf den Kopf stellt.«

Amir Ritov bemerkte, dass der Raketenangriff für die Region überraschend kam.

Ritov bemerkte, dass der Raketenangriff für die Region überraschend kam. »Jahrelang haben wir uns auf einen möglichen Anschlag vorbereitet. Und jetzt ist er tatsächlich passiert. Wir hoffen, dass es ein einmaliger Vorfall war.«

parlamentswahlen Benny Gantz, der bei den bevorstehenden Parlamentswahlen am 9. April Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit seiner Union Blau-Weiß herausfordert, äußerte scharfe Kritik an Israels Regierungschef. Auf Twitter schrieb er: »Jene, die nicht mit aller Macht auf die Attacken der Hamas reagieren und sie stattdessen bar bezahlen, ignorieren die Geschosse auf den Süden und verhöhnen die auf Tel Aviv. Dafür bekommen sie jetzt Raketen auf die Scharon-Region.«

Die Nummer drei der Union, Ex-Verteidigungsminister Mosche Yaalon, twitterte ebenfalls: »Netanjahu hat aus den Bürgern Israels Hamas-Geiseln gemacht. Derjenige, der glaubt, die Raketen auf Tel Aviv waren ein technischer Fehler, hat den Kampf um die Sicherheit verloren und sich dem Terrorismus ergeben.«

Netanjahus Verbündete fordern jetzt harte Maßnahmen gegen die Hamas.

Netanjahus Verbündete fordern jetzt harte Maßnahmen gegen die Hamas. Verschiedene Minister sprachen sich dafür aus, die Köpfe der Terrororganisation ins Visier zu nehmen. Wirtschaftsminister Eli Cohen (Kulanu) forderte gezielt die Ermordung von führenden Mitgliedern der Hamas und des Islamischen Dschihad.

kernland Beide Gruppen verfügen über Kapazitäten, Raketen weit in israelisches Kernland zu schießen. »Nicht Raketenfabriken, verlassene Gebäude oder Sanddünen, sondern nur präventive Tötungen machen klar, dass jeder, der den Befehl gibt, auf Israel zu schießen, tot ist«, führte Cohen aus.

Währenddessen erklärte die Hamas den ägyptischen Vermittlern erneut, dass der jüngste Raketenabschluss ein »Versehen« gewesen sei. Sie wolle sogar eine Ermittlung einleiten, um den Tathergang nachvollziehen zu können, hieß es. Die Hamas-Führung betonte, den Abschuss nicht angeordnet zu haben. Armeesprecher Ronen Manelis jedoch unterstrich, dass der Abschuss von einer Rampe in der südlichen Stadt Rafah in der Enklave abgefeuert wurde.

Das israelische Sicherheits-Establishment hält nicht viel von der Version der Hamas.

Das israelische Sicherheits-Establishment hält ebenfalls nicht viel von der Version der Hamas. Experten gehen davon aus, dass die Hamas die israelischen Reaktionen auf den Terror kurz vor den Wahlen testen und zudem von den Sozialprotesten im Gazastreifen ablenken wolle. Die IDF hat bereits zwei zusätzliche Bataillone an die Grenze zu Gaza zur Verstärkung der dortigen Truppen geschickt. Außerdem wurden Reservisten für die Luftabwehr einberufen.

gaza Avi Dichter, einstiger Direktor des Inlandsgeheimdienstes und Knessetabgeordneter des Likud, sagte im Armeeradio, dass »wir nicht zögern werden, eine Operation in Gaza zu beauftragen. Auch wenn das bedeutet, dass wir die Wahlen verschieben müssen«.

Die Polizei gab an, dass die Rakete des Typs Fadschr stark genug gewesen sei, um das Haus, das direkt getroffen wurde, zu zerstören und andere Häuser in der Gegend zu beschädigen. Anwohner berichteten, dass sie erst von dem Einschlag und der Explosion geweckt wurden und »keine Zeit hatten, in die Sicherheitsräume zu rennen«. Die Armee gab an, dass die Sirenen funktionierten, das Abwehrsystem Eiserne Kuppel sei nicht aktiviert worden.

Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass die Hamas die Gewalt noch weiter verstärken will. Sie rief Hunderttausende von Menschen auf, an den Grenzzaun zu kommen und gewalttätig im »Marsch der Rückkehr« gegen die israelische Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren. Der 30. März markiert den Jahrestag dieser Proteste. Am Sonntag hatten Panzer der IDF an der Grenze zwei Hamas-Posten beschossen, von denen aus mehrere Molotowcocktails über die Grenze geworfen sowie brennende Drachen auf die israelische Seite geschickt wurden.

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