Flugsicherheit

»Hier wäre das nie passiert«

Hoffnung und Solidarität für Passagiere und Besatzung des verschollenen Fluges 370: Kunstaktion in Makati-Stadt, südlich von Manila Foto: dpa

Es ist ein Mysterium, das die Welt in Atem hält. Wo ist Flug 370 der Malaysian Airlines? Während Fachleute überall auf der Erde suchen und rätseln, haben israelische Sicherheitsexperten ihre eigene Theorie zum Verschwinden der Maschine mit 239 Passagieren an Bord. Sie glauben, das Flugzeug sei entführt worden und werde an einem unbekannten Ort versteckt gehalten. Als Folge des vermeintlichen Terrors in der Luft verstärkte die israelische Luftfahrt ihre Sicherheitsmaßnahmen.

Einem Bericht des Fernsehsenders Kanal 2 zufolge berieten Sicherheitsteams in den vergangenen Tagen, wie man den Flugverkehr noch sicherer machen könne. Eine neue Maßnahme ist, dass sich sämtliche Maschinen, die in Richtung Israel unterwegs sind, viel früher identifizieren müssen, als es vorher der Fall war. Laut Kanal 2 wurde eine lange Liste verabschiedet. Deren Details jedoch sind streng geheim.

zeitverschwendung Für den früheren Sicherheitschef der heimischen Linie EL AL, Isaac Yeffet, weist alles beim Verschwinden des malaysischen Flugzeuges auf den Iran hin. Die ermittelnden Behörden hätten recht gehabt, sich auf die zwei iranischen Passagiere zu konzentrieren, die mit falschen Pässen eingestiegen waren. Dass man jedoch anderen Hinweisen zuerst nachgegangen sei, sieht Yeffet als Verschwendung wertvoller Zeit. Irgendwelche Verschwörungstheorien hält er für unwahrscheinlich.

»In Israel wäre das nie passiert«, ist Yeffet sicher. Die Kontrollen seien viel zu streng. Die Identität eines jeden Passagiers etwa werde genauestens untersucht. Auch könne ein Flugzeug nicht einfach vom Radar verschwinden – selbst wenn die entsprechenden Geräte in der Maschine abgeschaltet werden.

Radar Wie jetzt bekannt wurde, ist Flug 370 wohl nach dem Abschalten des Radars über malaysisches Gebiet geflogen und von drei militärischen Towern gesehen worden. Warum es keine Meldung gab, bleibt allerdings unklar. In Israel sind stets auch militärische Sicherheitsleute in den Kontrolltürmen der Flughäfen zugegen. Eine Abstimmung zwischen Armee und ziviler Luftfahrt finde ständig statt, so die Experten.

»Das wäre am Ben-Gurion-Flughafen schlicht nicht möglich«, erklärte auch Pini Schiff in der Internetzeitung »Times of Israel«. »Die Sicherheitsbestimmungen dort und für alle EL-AL-Flüge sind so hoch, da gibt es nichts, was zusätzlich noch getan werden könnte.« Die israelische Regierung schütze ihren Luftraum so extrem, weil es so viele Gefahren gebe, sagte Schiff weiter. »Nirgends auf der Welt ist die Sicherheit so umfassend wie in Israel.«

Auch Schiff vermutet, dass das vermisste Flugzeug in einem verlassenen Winkel der Erde gelandet ist. »Und es wird gefunden werden. Vielleicht dauert es einen Monat oder ein Jahr. Doch es wird auftauchen. Es existiert irgendwo auf der Welt – und vermutlich in einem Stück.«

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026