Nachrichten

Herzen, Innovation, Waffen

Rivlin hat ein Herz für Kinder. Foto: Presidents Office

Herzen
Präsident Reuven Rivlin zeigt Herz. Vor einigen Tagen besuchte er ausländische Kinder im Wolfson-Krankenhaus in Holon. Die Jungs und Mädchen, die meisten aus Entwicklungsländern, leiden unter Herzkrankheiten und haben in Israel lebensrettende Behandlungen erhalten, die in ihren Heimatländern nicht möglich sind. Das macht die Stiftung »Save a Child’s Heart« (SACH) möglich, die 1995 im Wolfson-Krankenhaus gegründet wurde. SACH baut zudem Behandlungszentren in den entsprechenden Ländern auf und schickt Experten. »Wir bemühen oft das Sprichwort ›Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt‹. Hinter jedem Herzen steht nicht nur ein Kind, sondern eine Familie, Freunde und die Gemeinde – eine ganze Welt«, sagte der Präsident. »Die Helfer von SACH kennen keine Grenzen, keine Rassen, keine Religionen und kein Geschlecht. Sie geben nur ihre Herzen für Kinder in Not.«

Preis
Er war »sehr überrascht«, als er es erfuhr. Etgar Keret hat den Sapir-Preis für seine Kurzgeschichtensammlung A Glitch at the Edge of the Galaxy erhalten. »Es ist das Tollste auf der Welt, aber wie Liebe oder Geschenke ist es nichts, auf das man hinarbeiten kann. Es passiert einfach.« Der Sapir-Preis ist die bedeutendste literarische Auszeichnung des Landes. Der Preisträger erhält 150.000 Schekel (rund 35.000 Euro) sowie eine Übersetzung seines Buches ins Arabische und eine weitere Sprache seiner Wahl. Israelische Preise seien ihm viel wichtiger als internationale, sagte Keret, der an der Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva hebräische Literatur lehrt. »Das ist die Sprache, in der ich schreibe, dort lebe ich. Und das zählt am meisten.«

Innovation
Israel ist auf dem fünften Platz der Bloomberg-Liste der innovativsten Länder gelandet. Zuvor stand es zwei Jahre lang auf Rang zehn. Der Bloomberg-Innovationsindex listet jährlich die 60 innovativsten Staaten der Welt auf. Dabei werden sieben Kriterien bewertet, unter anderem Forschung und Entwicklung, Produktivität, Patentaktivität und die Dichte von Forschern im Land. Israel überholte nun Schweden, Singapur und Japan. Südkorea steht wie im Vorjahr an der Spitze, direkt gefolgt von Deutschland, das im Vorjahr noch an vierter Stelle gestanden hatte.

Waffen
Das Verteidigungsministerium hat am Wochenbeginn die Exportlizenzen für drei führende Angestellte des Luftfahrtunternehmens Aeronautics zurückgezogen. Grund ist der Verdacht, dass sie im Jahr 2017 »Selbstmord-Drohnen« testeten, indem sie sie gegen die armenische Armee einsetzten. Dies habe der Auftraggeber Aserbaidschan gewünscht. Zu den Beteiligten sollen der Geschäftsführer Amos Matan und sein Stellvertreter Meir Rizmovitch gehören, berichtete unter anderem die »Times of Israel«. Die Ankündigung erfolgt kurz nachdem der Rüstungshersteller »Rafael Advanced Defense Systems« erklärte, er wolle Aeronautics für 850 Millionen Schekel kaufen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Firma ins Zwielicht gerät. Im Sommer hatte der Generalstaatsanwalt erklärt, man wolle Matan und Rizmovitch anklagen, weil sie angeblich ihre bewaffneten Drohnen mit scharfer Munition testen. Das Verteidigungs-Exportkontrollgesetz soll den unautorisierten Verkauf von militärischer Ausrüstung verhindern.

Überlebende
Ende 2018 lebten in Israel noch 212.000 Schoa-Überlebende. Das gab das Statistikbüro kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar bekannt. Im Vorjahr waren es noch 221.000. Die meisten von ihnen sind über 80 Jahre alt. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich nur noch 102.000 Juden in Israel am Leben sein, die die Schoa erlebt haben, fünf Jahre darauf nur noch 53.000. Frauen machen etwa 60 Prozent der Überlebenden in Israel aus. Um die 65 Prozent aller Schoa-Überlebenden wurden in Europa geboren, so das Statistikbüro; etwas mehr als ein Drittel in dem Gebiet, das später die Sowjetunion bildete, zwölf Prozent in Rumänien und sechs Prozent in Polen.

Zerstörung
Unbekannte haben in Jerusalem in der Nacht zum Dienstag eine Synagoge verwüstet. Sie entweihten unter anderem Torarollen und Gebetsbücher. Es war die dritte Synagogenschändung innerhalb von 48 Stunden. Zuvor hatten Täter in der Küstenstadt Netanja in zwei Bethäusern großen Schaden angerichtet. In der Neuen Synagoge verbrannten die Angreifer Gebetbücher, schrieben »Hail Satan« an die Wand und malten daneben ein umgedrehtes Kreuz und Pentagramm. Die Sicherheitskräfte fanden zudem eine Tasche am Tatort, in der ein pinkfarbener BH steckte. Die Details zu den polizeilichen Ermittlungen dort unterliegen einer Nachrichtensperre.

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026