Nahost

Hamas bezeichnet Trumps Gaza-Plan als »absurd«

Der von der Hamas begonnene Krieg führte zu viel Zerstörung, wie hier in Gaza-Stadt. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der sogenannte »Gaza-Plan«, den US-Präsident Donald Trump am Dienstag im Weißen Haus vorstellte, sorgt im Nahen Osten weiterhin für Verwirrung.

Am Morgen äußerte sich auch die Hamas im Gazastreifen. Der Sprecher der Terrororganisation, Sami Abu Zuhri, sagte, Trumps Ankündigung, Gaza kontrollieren und zu einem »internationalen Ort« machen zu wollen, sei »lächerlich und absurd«. Sämtliche Ideen dieser Art seien »ein Rezept für Chaos und weitere Spannungen in der Region«. 

»Unser Volk im Gazastreifen wird diese Pläne nicht durchgehen lassen. Was stattdessen erforderlich ist, ist die Beendigung der Besatzung und Aggression gegen unser Volk – nicht die Vertreibung aus seinem Land«, fügte der Funktionär der Hamas hinzu.

Hamas: Plan zeige »tiefe Unwissenheit« von Trump

Ein anderer Vertreter der radikal-islamistischen Terror-Gruppe, Izzat Al-Rishq, wurde in israelischen Medien mit den Worten zitiert: »Trumps Aussage über die ‚Kontrolle Gazas‘ zeigt seine Verwirrung und tiefe Unwissenheit in Bezug auf Palästina und die Region«. Gaza sei kein gemeinsames Land, also könne nicht irgendeine Seite einfach entscheiden, es zu kontrollieren.

»Das palästinensische Volk und seine Kräfte, die vom arabischen und muslimischen Volk und von der freien Welt unterstützt werden, werden jeden Plan zur Entwurzelung und Vertreibung stoppen«, warnte er. 

»Es ist wichtig, mit den ersten Wiederaufbauprojekten voranzukommen - ohne dass die Palästinenser aus dem Gazastreifen vertrieben werden.«

Bei einem Treffen zwischen ägyptischen Offiziellen und Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Kairo äußerte sich auch Ägyptens Außenminister, Badr Abdelatty, zu Trumps Plan. Er fordert den schnellen Wiederaufbau des Gazastreifens ohne Vertreibung der Palästinenser aus dem Gebiet.  

Abdelatty betonte, »wie wichtig es ist, mit den ersten Wiederaufbauprojekten voranzukommen - und zwar in beschleunigtem Tempo, ohne dass die Palästinenser aus dem Gazastreifen vertrieben werden«. Vor allem »im Angesicht ihrer Bindung an ihr Land und ihrer Weigerung, es zu verlassen«, so der Außenminister weiter.

Auch aus Ramallah, dem Sitz der PA, gab es erste Reaktionen. »Die palästinensische Führung bekräftigt ihre feste Position, dass die Zweistaatenlösung die Garantie für Sicherheit, Stabilität und Frieden ist«, schrieb Hussein al-Sheikh, Generalsekretär des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), auf der Plattform X. Eine Zweistaatenlösung beinhaltet zwei separate, nebeneinander liegende Staaten, Israel und Palästina.  

PA will wieder die Macht im Gazastreifen übernehmen

»Alle Aufrufe zur Vertreibung des palästinensischen Volkes aus seinem Heimatland« weise man entschieden zurück, unterstrich al-Sheikh in seinem Post. »Wir sind hier geboren, wir haben hier gelebt, und wir werden hier bleiben.« 

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas erklärte anschließend: »Wir werden keine Verletzung der Rechte unseres Volkes zulassen, für die wir jahrzehntelang gekämpft und einen hohen Preis bezahlt haben. Diese Forderungen stellen einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht dar.« Es werde in der Region keinen Frieden oder keine Stabilität geben, »ohne dass ein palästinensischer Staat mit Jerusalem als Hauptstadt innerhalb der Grenzen vom 4. Juni 1967 auf der Grundlage der Zweistaatenlösung gegründet wird«.

Der Gazastreifen sei seit 1967 neben dem Westjordanland und Ostjerusalem »ein untrennbarer Teil des Territoriums des Staates Palästina«, so Abbas weiter.

Die PA unter der Führung von Abbas hatte den Gazastreifen bis zum Jahr 2007 kontrolliert, als die Terrororganisation Hamas die Macht an sich riss, die Vertreter der PA gewaltsam und blutig vertrieb. Jetzt will die Autonomiebehörde in der Enklave wieder die Führung übernehmen. Etwas, das – unter der Prämisse der Reformierung der Behörde - auch von westlichen Staaten und Oppositionspolitikern in Israel unterstützt wird.

Israel

Atomreaktor als Ziel

Ein Angriff des Iran am vergangenen Wochenende hat in Arad und Dimona 175 Menschen verletzt. Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen einen Atomreaktor in der Nähe zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage

von Ralf Balke  29.03.2026

Jerusalem

Kirchenvertreter in Jerusalem am Zutritt zur Grabeskirche gehindert

Der höchste katholische Vertreter wurde am Palmsonntag daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Italien reagiert und will den israelischen Botschafter einberufen. Inzwischen hat die israelische Polizei ihr Vorgehen verteidigt

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

 29.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Iran-Krieg

Angriff auf Residenz von Präsident Barsani im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Huthi greifen erneut Israel an – Iran droht US-Universitäten

Die jemenitische Miliz beschießt Eilat, iranische Elitestreitkräfte drohen mit »Vergeltungsmaßnahmen« an US-Universitäten in der Region, und Pakistan versucht zu vermitteln – die Übersicht am Sonntagmorgen

 29.03.2026

Israel

Irans Waffenproduktion soll »in wenigen Tagen« weitgehend zerstört sein

Eines der Kriegsziele Israels ist die Ausschaltung der iranischen Militärindustrie. Ein Armee-Sprecher nennt den zeitlichen Horizont, bis wann dieses Ziel erreicht sein könnte

 28.03.2026

Jemen

Erstmals im Iran-Krieg: Huthis greifen Israel an

Die terroristische Miliz hatte seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 keine Raketen mehr auf Israel gefeuert. Nun ist die vom Iran gestützte Miliz in den Krieg eingetreten

 28.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026