Korruptionsvorwürfe

UNRWA-Generalsekretär legt Amt vorübergehend nieder

Lässt wegen Korruptionsvorwürfen seinen Posten ruhen: der Chef des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge, Pierre Krähenbühl Foto: dpa

Der Generalsekretär des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA), Pierre Krähenbühl, legt sein Amt wegen einer Untersuchung zu möglichem Missmanagement vorübergehend nieder. Eine interne Ermittlung habe Fragen zu seinem Management-Stil aufgeworfen, teilte die UNRWA am Mittwoch mit. Details wurden keine genannt. Vize-Chef Christian Saunders werde nun vorübergehend die Gesamtverantwortung übernehmen.

In den vergangenen Monaten habe UNRWA eine interne Untersuchung initiiert, um sicherzustellen, dass die Organisation »auf den höchsten Standards von Professionalität, Transparenz und Effizienz« agiere, hieß es.

»UNRWAs Verhalten zeigt, dass die Organisation Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist«, sagt Israels Außenminister Katz.

untersuchungsergebnisse Israel rief zur Veröffentlichung aller Untersuchungsergebnisse auf. Das Außenministerium bekräftigte die Forderung nach einer grundlegenden Reform der Organisation. »UNRWAs Verhalten zeigt, dass die Organisation Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist«, sagte Außenminister Israel Katz. Die Organisation verewige das Flüchtlingsproblem und verhindere so jede Möglichkeit einer künftigen Lösung.

Nach Bekanntwerden erster Vorwürfe im Sommer hatte Generalsekretär António Guterres betont, dass er die Arbeit von UNRWA für die palästinensischen Flüchtlinge als unverzichtbar ansehe, und zugleich alle UN-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, das Programm weiter zu unterstützen.

Die UNRWA rutschte in eine finanzielle Krise, nachdem die USA im vergangenen Jahr entschieden hatten, ihre Zahlungen massiv zu kürzen. 2018 hatten die USA nur 60 Millionen Dollar gezahlt. Im Jahr zuvor waren es noch 360 Millionen Dollar gewesen. Deutschland war 2018 als einzelnes Land der größte Geldgeber mit rund 177 Millionen Euro.  dpa

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026