Interview

»Gegen unsere Werte«

Rabbiner Rothenberg, glauben Sie, dass der Skandal um den Rabbiner Elon ein Einzelfall ist?
Das kann ich auch nicht wissen. Aber in jeder Gesellschaft gibt es wohl einen bestimmten Prozentsatz an schlimmen Fällen wie diesem.

Finden Sie es richtig, dass das Takana-Forum Sanktionen beschloss, während die Öffentlichkeit von alledem nichts wusste?
Persönlich meine ich, dass in jedem Fall die Autoritäten des Staates eingeschaltet werden müssen. Das ist zum Vorteil aller Seiten. Polizei und Gerichte schützen Opfer und auch Täter. Mit allem Respekt für ein besonderes Forum, aber es kann nicht das System ersetzen. Allerdings ist es legitim für eine Gruppe von Menschen, derartige Foren zu haben, die über bestimmte Normen wachen. Denn Gemeinschaft dreht sich hauptsächlich um Normen.

Welche Konsequenzen hat das Bekanntwerden der Affäre?
Für die Anhänger des Rabbiners Elon wird es schwierig sein, doch ich glaube die meisten werden ihm weiter folgen, und er wird sie nach wie vor leiten. Alle anderen, übrigens auch viele säkulare Menschen, die ihn einfach mochten und seine guten Vorlesungen in Radio oder Fernsehen schätzten, werden ihn vielleicht vermissen. Aber, sollte er wiederkommen, werden sie ihm bestimmt wieder zuhören.

Ist sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen ein Phänomen in religiösen Kreisen?
Ich glaube nicht, dass es ein Phänomen ist, es ist menschlich, eine schlechte Wahl zu treffen, zu irren. Und wir alle sind schließlich Menschen, niemand hat eine Versicherung, die ihn vor so etwas schützt. Ich kritisiere aber den Puritanismus, vor allem in orthodoxen Kreisen. Oft hat sich die jüdisch-orthodoxe Erziehung in diesem Sinn an die christliche angenähert. Er steht in krassem Gegensatz zu den jüdischen Werten der Liebe zwischen Partnern. Viele Menschen sind in dieser puritanischen Erziehung gefangen – und das führt zu großen Problemen.

Mit dem Professor am Jerusalemer Van-Leer-Institut und Stadtrabbiner von Har Adar sprach Sabine Brandes.

Niederlande

»Der 7. Oktober, da bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

Jerusalem/Den Haag

Israel entzieht Niederländern Diplomaten-Pass

Die Niederlande verbieten den Import von Waren aus Siedlungen im Westjordanland. Nun zieht Israel Konsequenzen

 28.09.2026

Tel Aviv

Israel: Entführer von Noa Argamani getötet

Saher Nidal Saqr und andere an den Geiselnahmen beteiligte Terroristen seien bei einem Luftangriff im zentralen Gazastreifen tödlich getroffen worden, teilte die israelische Armee mit

 28.09.2026

UEFA Nations League

Irlands Spieler verweigern Handschlag – Israels Kapitän Solomon: »Offensichtlich hassen sie uns«

Die irische Fußball-Nationalmannschaft hat Israel in der Nations League klar mit 3:0 besiegt. Der sportliche Wettstreit im ungarischen Debrecen war jedoch von unschönen Szenen begleitet

 28.09.2026

Jerusalem

Netanjahu wies Armee vor dem 7. Oktober 2023 an, Eskalation in Gaza zu vermeiden

Einem Medienbericht zufolge wollte Israels Ministerpräsident unmittelbar vor dem Hamas-Massaker die Aussicht auf eine Entspannung der Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht gefährden

 28.09.2026

Meinung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Tel Aviv

Neues deutsches U-Boot in Israel eingetroffen

Die »INS Drakon« ist das sechste U-Boot der israelischen Flotte

 25.09.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Eisenkot will nicht mit arabischen Parteien koalieren

Der Vorsitzende der Yashar-Partei sagt, wolle mit »jeder zionistischen Partei« zusammenarbeiten. Vier Grundsätze müssten jedoch akzeptiert werden

 25.09.2026

Gaza

Zwei IDF-Reservisten bei Drohnenexplosion getötet

Der tödliche Vorfall ereignete sich an einem Militärposten im nördlichen Gazastreifen

 25.09.2026