Interview

»Gegen unsere Werte«

Rabbiner Rothenberg, glauben Sie, dass der Skandal um den Rabbiner Elon ein Einzelfall ist?
Das kann ich auch nicht wissen. Aber in jeder Gesellschaft gibt es wohl einen bestimmten Prozentsatz an schlimmen Fällen wie diesem.

Finden Sie es richtig, dass das Takana-Forum Sanktionen beschloss, während die Öffentlichkeit von alledem nichts wusste?
Persönlich meine ich, dass in jedem Fall die Autoritäten des Staates eingeschaltet werden müssen. Das ist zum Vorteil aller Seiten. Polizei und Gerichte schützen Opfer und auch Täter. Mit allem Respekt für ein besonderes Forum, aber es kann nicht das System ersetzen. Allerdings ist es legitim für eine Gruppe von Menschen, derartige Foren zu haben, die über bestimmte Normen wachen. Denn Gemeinschaft dreht sich hauptsächlich um Normen.

Welche Konsequenzen hat das Bekanntwerden der Affäre?
Für die Anhänger des Rabbiners Elon wird es schwierig sein, doch ich glaube die meisten werden ihm weiter folgen, und er wird sie nach wie vor leiten. Alle anderen, übrigens auch viele säkulare Menschen, die ihn einfach mochten und seine guten Vorlesungen in Radio oder Fernsehen schätzten, werden ihn vielleicht vermissen. Aber, sollte er wiederkommen, werden sie ihm bestimmt wieder zuhören.

Ist sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen ein Phänomen in religiösen Kreisen?
Ich glaube nicht, dass es ein Phänomen ist, es ist menschlich, eine schlechte Wahl zu treffen, zu irren. Und wir alle sind schließlich Menschen, niemand hat eine Versicherung, die ihn vor so etwas schützt. Ich kritisiere aber den Puritanismus, vor allem in orthodoxen Kreisen. Oft hat sich die jüdisch-orthodoxe Erziehung in diesem Sinn an die christliche angenähert. Er steht in krassem Gegensatz zu den jüdischen Werten der Liebe zwischen Partnern. Viele Menschen sind in dieser puritanischen Erziehung gefangen – und das führt zu großen Problemen.

Mit dem Professor am Jerusalemer Van-Leer-Institut und Stadtrabbiner von Har Adar sprach Sabine Brandes.

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026