Winterstürme

Gefährliche Unwetter zu Chanukka

Heftige Winterunwetter fegen derzeit über Israel hinweg und bringen große Überschwemmungen in vielen Teilen des Landes mit sich. Im Norden wurden zwei Menschen von blitzartigen Fluten mitgerissen und starben. Die Stadt Safed in Obergaliläa erlebte die stärksten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, auf dem Berg Hermon in den Golanhöhen fiel zum ersten Mal in diesem Jahr Schnee.

Mehrere Rettungsteams suchten nach einem 14-Jährigen aus dem beduinischen Dorf Yarka, nachdem er mit einem Freund einen reißenden Fluss auf einem Geländefahrzeug überqueren wollte und dabei verschwand. Der Freund überlebte und wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, doch der andere Junge konnte zwei Tage später nur noch tot geborgen werden.

jerusalem Ein 27-jähriger Busfahrer aus dem Dorf Sallama starb ebenfalls, nachdem Wassermassen ihn fortgerissen hatten, als er versuchte, einen Zaun seiner Ziegenherde zu sichern. Er lässt seine Ehefrau und eine kleine Tochter zurück. In Jerusalem rettete die Polizei zwei Autofahrer, die in ihren Fahrzeugen zu ertrinken drohten.

Leute versuchen, auf allen möglichen Vehikeln die reißenden Fluten zu überqueren.

Die Sicherheitsbehörden rufen die Bevölkerung dazu auf, unbedingt ihre Anweisungen zu befolgen, Straßensperrungen zu beachten und tief liegende Gebiete zu meiden. Während der Rettungsarbeiten hätten sie immer wieder Fahrzeuge gesehen, die versuchten, die Wassermassen zu durchfahren. Ein Feuerwehrmann sagte anschließend im Fernsehen: »Es ist unglaublich, dass Leute auf allen möglichen Jeeps, Motorrädern oder sonstigen Vehikeln noch versuchen, die reißenden Fluten zu überqueren. Es ist ein extrem stürmisches Wetter mit großen Gefahren. Und dementsprechend sollte man sich verhalten.«

Es ist Chanukka in Israel. Eine Zeit, in der sich die Menschen nicht nur Latkes und Sufganiot schmecken lassen, sondern gewöhnlich auch die freien Tage nutzen, um Ausflüge zu unternehmen. Doch die fallen größtenteils ins Wasser. Die meisten Israelis blieben in den vergangenen Tagen zu Hause.

sandsturm Die Unwetter hatten nach einem heftigen Sandsturm begonnen, der extrem hohe Umweltbelastungen mit sich gebracht hatte. Die Partikel in der Luft wurden jedoch von den folgenden Wolkenbrüchen weggewaschen. Im Norden, der zuvor unter einem extremen Regenmangel gelitten hatte, fielen besonders große Mengen an Niederschlägen. Zuvor hatten die meteorologischen Dienste bis Ende Dezember lediglich 50 Prozent des jährlichen Regenmittels verzeichnet, in wenigen Stunden jedoch schnellte diese Zahl auf 110 Prozent.

Auf dem Berg Hermon in den Golanhöhen fiel zum ersten Mal in diesem Jahr Schnee.

Israels größtes Wasserreservoir, der See Genezareth (Kinneret), stieg innerhalb von 24 Stunden um sechs Zentimeter. Die Kleinstadt Maalot Tarschicha maß in derselben Zeit 14 Zentimeter Niederschläge. Die Temperaturen bewegen sich im Mittelmaß, in Tel Aviv liegen sie tagsüber bei etwa 15 Grad, in Jerusalem bei elf, nachts bei sieben Grad. Nur auf dem höchsten Punkt des Landes, dem Hermon, friert es bei etwas unter null Grad.

Das tosende Winterwetter, das am vergangenen Mittwoch begonnen hatte, soll noch bis einschließlich Samstag andauern und weitere heftige Regengüsse mit sich bringen.

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