Israel

Gefährliche Impfschäden durch Corona-Vakzine? Ein Faktencheck

Das BioNTech/Pfizer-Vakzin Foto: imago images/Eibner Europa

Auch mehr als zehn Monate nach dem Start der Corona-Impfkampagne in der EU machen sich einige Menschen um mögliche Risiken Sorgen. In einem Blogbeitrag, der sich in sozialen Medien verbreitet, heißt es: »Covid-Impfstoffe von Pfizer zerstören jedes System des menschlichen Körpers« (archiviert). Eine Gruppe angeblicher Gesundheitsexperten aus Israel habe demnach festgestellt, dass noch nie ein Impfstoff »so viele Menschen geschädigt« hätte. Dazu sollen vor allem viele Todesfälle durch Impfungen zählen. Ist da etwas dran?

Bewertung

Die Aussagen beruhen auf unbestätigten, privat gesammelten Berichten über angebliche Nebenwirkungen. Das ist kein Beleg für vermeintliche Impfschäden. Zulassungsverfahren und wissenschaftliche Forschung haben die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe bestätigt.

Fakten

Der Bericht stammt von einer Gruppe mit dem Namen »Israeli’s People Committee« (IPC) und ist auf Hebräisch und auf Deutsch zugänglich. Der englischen Zusammenfassung lässt sich entnehmen: Dass die Biontech/Pfizer-Impfung vermeintlich »jedes System des menschlichen Körpers« zerstören soll, geht auf eigene Sammlungen von vermeintlichen Betroffenen zurück. Die Gruppe IPC hat Berichte von Menschen gesammelt, die selbst sagen, dass sie schwere Nebenwirkungen von der Impfung erlitten hätten. Weil dabei Herzprobleme, neurologische oder gynäkologische Leiden aufgezählt werden, kam die Gruppe auf die Schlussfolgerung, dass »fast jedes System des menschlichen Körpers« Schaden nehme.

Es handelt sich dabei keineswegs um bestätigte Fälle, die ursächlich etwas mit der Impfung zu tun haben, sondern um eine rein private Sammlung unbestätigter Berichte.

Das Gleiche gilt für die Sammlung von Meldungen über Todesfälle, die angeblich von der Impfung verursacht sein sollen. Es gibt keinen Beleg, dass die von der Gruppe IPC gesammelten 288 Berichte über Todesfälle in zeitlicher Nähe zur Impfung tatsächlich passiert sind oder ursächlich etwas mit der Impfung zu tun haben.

Eine Quelle für die angeblich 45 von israelischen Behörden dokumentierten Todesfälle nach Impfung war nicht zu finden. Somit ist auch unklar, ob damit Verdachtsfälle oder bestätigte Fälle gemeint sein sollen. Das israelische Gesundheitsministerium ließ eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) unbeantwortet.

Schließlich greift der Blogbeitrag aus dem IPC-Bericht eine Falschinformation auf, die in Faktenchecks der Deutschen Presse-Agentur bereits mehrfach widerlegt wurde: Dass Anfang 2021, als Israel erste wenige Wochen impfte, die Gesamtsterblichkeit anstieg und höher lag als in den Vorjahren, liegt nicht an der Impfung.

Denn zu diesem Zeitpunkt steckte das Land in der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie. Der Impfschutz erreichte noch nicht genügend Menschen und konnte nicht entscheidend beeinflussen, dass weniger Menschen an Covid-19 starben. Dass die Impfung gut vor schweren Verläufen und Todesfällen schützt, zeigt eine Veröffentlichung im wissenschaftlichen Fachmagazin »The Lancet«.

Anders als es der Name nahelegt, ist das »Israeli’s People Committee« (IPC) keine offizielle Organisation. Die Gruppe listet auf ihrer Webseite derzeit einen Psychiater, zwei Rechtsanwältinnen, eine Ärztin und eine Gesundheitswissenschaftlerin als Verantwortliche und gibt an, sich gegen Corona-Maßnahmen und die Impfung einzusetzen. Es gibt laut Faktenchecks von »Correctiv« und der Nachrichtenseite »Misbar« keine Belege dafür, dass die Gruppe eine anerkannte Quelle für Gesundheitsinformationen oder wissenschaftliche Berichte ist. dpa

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026

Iran-Krieg

Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird. Israel spricht jetzt eine Warnung direkt an die Bevölkerung aus

 07.04.2026