Jerusalem

»Gedenken ist ein fundamentaler Baustein«

Der israelische Präsident Reuven Rivlin beim World Holocaust Forum in Yad Vashem Foto: Flash 90

Der israelische Präsident Reuven Rivlin ist am Montagmorgen zur Gedenkfeier des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau abgereist. Nachdem er am Donnerstag 46 Staatsgäste aus verschiedenen Ländern zum 5. World Holocaust Forum in Jerusalem willkommen hieß, ist er jetzt Gast in Polen und anschließend in Deutschland.

Teilnahme Am heutigen Montag findet die offizielle Gedenkfeier in Oswiecim statt, bei der unter anderem der polnische Präsident Andrzej Duda sprechen wird. Duda hatte nach einem Eklat mit Russlands Präsident Wladimir Putin seine Teilnahme in Jerusalem abgesagt.

Etwa 200 Menschen, die das Lager überlebten, Vertreter aus mehr als 50 Ländern sowie internationaler Organisationen haben ihre Teilnahme zugesagt. Darunter der Präsident des World Jewish Congress, Ron Lauder. Aus Deutschland wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit einer großen Delegation erwartet.

»Wir müssen in Auschwitz, auf deutscher Erde und an jedem Ort stehen, um uns zu erinnern und andere zu erinnern.«Reuven Rivlin

Vor seiner Abreise sagte Rivlin auf dem Ben-Gurion-Flughafen: »Das jüdische Volk ist ein Volk der Erinnerung. Gedenken ist ein fundamentaler Baustein für das Erbe unseres Volkes. Daher müssen wir in Auschwitz, auf deutscher Erde und an jedem Ort stehen, um uns zu erinnern und andere zu erinnern.«

Die Beziehung zwischen dem Staat Israel und Polen sei dadurch geprägt, mit der unantastbaren Verpflichtung, an die Fakten der Vergangenheit zu erinnern. »Ich werde den Präsidenten Polens nach Jerusalem einladen, um weitere Diskussionen zu haben, damit wir unsere Beziehungen und Kooperationen verbessern können«, fügte Rivlin hinzu.

Ehrengast Am 28. Januar wird Israels Präsident nach Berlin reisen. Er wird sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas, der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde und des World Jewish Congress treffen. Am Abend soll Rivlin Ehrengast bei einem Abendessen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sein.

Einen Tag darauf wird er in der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus sprechen. Auch Bundespräsident Steinmeier und Schäuble werden Ansprachen halten. Die Veranstaltung wird live übertragen.

Gazastreifen

Trump lädt Netanjahu und Putin in »Friedensrat« ein

Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung überwachen. Auch der israelische Premier soll dabei sein

von Sabine Brandes  19.01.2026

Hamas-Massaker

»Keine Ausreden mehr«

Vor und in der Knesset gibt es Proteste, als die Anhörungen zur politischen Untersuchung zu den Versäumnissen vor dem 7. Oktober beginnen

von Sabine Brandes  19.01.2026

Verhandlungen

Eltern der letzten Geisel fordern Ultimatum an Hamas

Die Angehörigen fürchten, dass Ran Gvili, der getötete israelische Polizist, in Phase zwei »in Gaza zurückgelassen« wird

von Sabine Brandes  18.01.2026

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026

Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommen

Netanjahu bezeichnet Phase 2 als »symbolisch«

Die USA starten den nächsten Schritt in Gaza, obwohl die Hamas die Waffen nicht niedergelegt und die letzte Geisel noch nicht überführt hat

von Sabine Brandes  15.01.2026

Iran

Israelische Experten rechnen mit Fortsetzung der Proteste

Das Mullah-Regime kann die Demonstrationen mit brutaler Gewalt bekämpfen, sei aber außerstande, die tiefergehenden Ursachen der Proteste zu beheben

 15.01.2026