Dschihad

Gaza, Gelder und Granaten

In Sderot wurde ein Spielplatz getroffen. Foto: Flash 90

Die israelische Armee (IDF) hatte am Sonntagabend für den Süden des Landes besondere Sicherheitsmaßnahmen erlassen, nachdem Dutzende von Raketen aus dem Gazastreifen gen Israel geschossen wurden. Die Hälfte wurde vom Raketenabwehrsystem »Eiserne Kuppel« abgefangen, die andere Hälfte ging auf offenem Gelände nieder. Es gab keine Verletzten. Am Sonntag flog die IDF daraufhin Vergeltungsangriffe auf die palästinensische Enklave und auf Syrien.

ZIELE Sie nahm nach eigenen Angaben verschiedene Ziele des Islamischen Dschihad ins Visier. Die Terrorgruppe hatte die Verantwortung für die Raketen übernommen. Es ist ungewöhnlich, dass die Regierung in Jerusalem Angriffe auf Syrien zugibt. Doch am 2. März wird in Israel gewählt – und da gelten andere Regeln. Offenbar will Israel unterstreichen, dass es hart durchgreift. Internationale Bemühungen, einen Waffenstillstand zu erreichen, sind israelischen Medienberichten zufolge gescheitert.

Der Islamische Dschihad hatte bereits mehrfach gedroht, israelische Züge mit Anti-Panzer-Granaten zu beschießen.

Der Islamische Dschihad hatte bereits mehrfach gedroht, israelische Züge mit Anti-Panzer-Granaten zu beschießen. Aus diesem Grund beschloss die Bahngesellschaft Israel Railways, den Zugverkehr im Süden auszusetzen. Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen bleiben in sämtlichen Gemeinden in der Nähe des Gazastreifens sowie der Großstadt Aschkelon geschlossen. Um die 55.000 Schüler waren davon betroffen, erklärte das Bildungsministerium.

HILFE Dabei hatte es in der Woche zuvor nach ernsthafter Entspannung zwischen den verfeindeten Seiten ausgesehen. Jerusalem hatte die Zahl der Arbeitsgenehmigungen für Gaza-Bewohner innerhalb von Israel auf 7000 erhöht, die höchste Zahl seit der Machtübernahme der Hamas 2007. Die Fischereizone wurde auf 15 nautische Meilen ausgedehnt.

Außerdem war Mossad-Chef Yossi Cohen Anfang Februar nach Katar gereist, um sicherzustellen, dass die Ölnation auch weiterhin humanitäre Hilfe in Form von Geld nach Gaza schickt. Der einstige Verteidigungsminister und Vorsitzende der Partei Israel Beiteinu, Avigdor Lieberman, wetterte daraufhin, dass Ministerpräsident Netanjahu Cohen geschickt habe, »um die Kataris anzubetteln, auch weiterhin Geld in den Streifen zu schmuggeln«. Dies sei gleichzusetzen mit einer Kapitulation vor dem Terrorismus.

Jerusalem

Oppositionspoker: Lapid will Eisenkot ins Team holen, Gantz kritisiert Bündnis

Das Bündnis »Gemeinsam« will mehr Parteien ins Boot holen, um die Chancen für einen Sieg gegen Benjamin Netanjahus Likud zu erhöhen

 29.04.2026

Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Gegner der Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe haben die Familie des IDF-Offiziers bedroht. Eine gefährliche »rote Linie« sei überschritten, sagt die Armee

 29.04.2026

Jerusalem

Haben die Raketenlieferungen nach Deutschland Israel gefährdet?

In Israel ist eine Diskussion über die Frage entbrannt, ob es richtig war, inmitten iranischer Raketenangriffe Arrow-Abfangraketen zu exportieren

 29.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026