Gaza/Israel

Galant: Hamas-Mitglieder nirgends sicher

Verteidigungsminister Yoav Galant Foto: Copyright (c) Flash 90 2023

Im Kampf gegen die Hamas will der israelische Verteidigungsminister Joav Galant die Anführer und Kämpfer der palästinensischen Terrorgruppe bis in den letzten Winkel des Gazastreifens verfolgen. Sie seien nirgendwo vor dem Zugriff der israelischen Streitkräfte sicher, sagte er.

Dies gelte selbst für die letzten verbliebenen Gebiete im Küstenstreifen, in denen - wie in der südlichen Stadt Rafah - noch keine Bodentruppen im Einsatz seien. »Jeder Terrorist, der sich in Rafah versteckt, sollte wissen, dass er ebenso enden wird wie diejenigen in Chan Junis und Gaza City«, zitierten ihn israelische Medien. »Gut die Hälfte der Hamas-Terroristen ist tot oder schwer verwundet.«

Ein Vorstoß auf Rafah gilt als äußerst heikel. Vor dem Krieg lebten in der Stadt etwa 200.000 Menschen, nun drängen sich dort mehr als eine Million Palästinenser, die vor den Kämpfen aus anderen Teilen des Gazastreifens geflohen sind. Bei Rafah grenzt das Küstengebiet an Ägypten, das eine israelische Offensive im Grenzgebiet ablehnt. Kairo befürchtet, dass dies zu einem Ansturm verzweifelter Palästinenser auf die ägyptische Halbinsel Sinai führen könnte.

Suche nach Al-Sinwar

Weiterhin unbekannt ist, wo sich der Hamas-Führer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, und sein engster Stab aufhalten. Israel vermutet sie im weitverzweigten Tunnelnetz unter Chan Junis. Dort sind zwar schon seit Wochen israelische Bodentruppen im Einsatz, doch die Durchsuchung und Zerstörung der Tunnel erwies sich als schwierig und langwierig. Al-Sinwar und seine Führungsriege könnten über das Tunnelnetz auch bereits nach Rafah entkommen sein.

Auslöser des Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer Terrororganisationen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt haben.

Israels Militär griff erneut Ziele der Hisbollah im Südlibanon an. Artillerie und Kampfjets hätten Raketenabschussstellungen und andere militärische Einrichtungen der Terrorgruppe beschossen, teilte die Armee mit. Das Vorgehen der Streitkräfte sei eine Antwort auf Beschuss durch die Hisbollah, die wie die Hamas und die Huthi vom Regime in Teheran finanziert werden.

Drei Attacken

Die Terroristen im Libanon bestätigten am Montag drei Attacken gegen Ziele in Israel. Die israelischen Angriffe zielten daraufhin unter anderem auf eine Kommandozentrale in Dschibain sowie auf Militäranlagen in Labuneh, Beit Lif und Barachit ab.

Vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs pochte Bundeskanzler Olaf Scholz gegenüber dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf eine auszuhandelnde Zweistaatenlösung. Nur so könne es die Perspektive einer nachhaltigen Lösung des Nahostkonfliktes geben, sagte er in einem Telefonat mit Netanjahu, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit mitteilte.

Mit dem Begriff der Zweistaatenlösung ist ein unabhängiger palästinensischer Staat gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Die Führung der palästinensischen Araber hat in den vergangenen Jahrzehnten alle Friedensabkommen abgelehnt - inklusive derer, die weitgehende Zugeständnisse an sie enthielten - für einen eigenen Staat.

Prüfung der Terror-Vorwürfe gegen UNRWA

Die ehemalige französische Außenministerin Catherine Colonna soll eine unabhängige Gruppe von Experten zur Prüfung der schweren Vorwürfe gegen das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) leiten. Die 67-Jährige werde dabei mit Fachleuten aus Schweden, Norwegen und Dänemark zusammenarbeiten, teilten die Vereinten Nationen mit.

Einigen Mitarbeitern des Hilfswerks wird vorgeworfen, an den Terrorakten der islamistischen Hamas vom 7. Oktober in Israel beteiligt gewesen zu sein. Mehrere westliche Länder stellten wegen der Anschuldigungen vorübergehend die Zahlungen an UNRWA ein, darunter die beiden größten Geldgeber USA und Deutschland.

Der neue argentinische Präsident Javier Milei trifft sich derweil heute mit Israels Präsident Izchak Herzog in Jerusalem. Es ist Mileis erste offizielle Auslandsreise seit seinem Amtsantritt im Dezember. Der ultraliberale Wirtschaftswissenschaftler gilt als treuer Verbündeter Israels. »Ich werde meine Unterstützung gegen die Angriffe der Terrororganisation Hamas und meine Solidarität mit Israel unterstreichen«, sagte er vor seinem Abflug in Buenos Aires. dpa/ja

Tel Aviv

Mit Einschränkungen: Israel nimmt reguläre Flüge wieder auf

Die Zahl der Abflüge und der Passagiere pro Flugzeug begrenzt. Bei Landungen von Rückholflügen am Ben-Gurion-Flughafen kam es derweil zu Vorfällen

 07.03.2026

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026