Archäologie

Fußknochen mit Geschichte

Symbolfoto Foto: Getty Images/iStockphoto

Ein 36.000 bis 38.000 Jahre alter menschlicher Fußknochen könnte neue Aufschlüsse über die sozialen und medizinischen Fähigkeiten des Homo sapiens in der Urgeschichte geben. Spuren eines gut verheilten Knochenbruchs weisen laut Forschern darauf hin, dass der Verletzte über einen längeren Zeitraum gepflegt und versorgt wurde. Dies berichtete am Mittwoch die israelische Tageszeitung »Haaretz«.

Gefunden wurden die Knochen bei Grabungen in den Jahren 2014 bis 2017 in den Manot-Höhlen im Norden Israels. Untersuchungen des Fundes ergaben, dass sein Träger vermutlich einen komplizierten Mittelfußbruch auskuriert hatte.

verletzung Die Person unbekannten Geschlechts sei jung gestorben, aber an Ursachen, die wohl nichts mit dem Bruch zu tun hatten, sagte die Leiterin der Studie, die Anthropologin Hila May. Wahrscheinlich sei die Verletzung im Kindesalter durch einen Sturz oder einen Aufschlag auf den Fuß entstanden.

Der oder die Verletzte sei über längere Zeit unbeweglich und auf Hilfe angewiesen gewesen, so May. Das Überleben und die Heilung des Bruchs zeugten in Mechanismen sozialer Solidarität in der prähistorischen Gesellschaft; über deren Funktionieren sei aber bislang wenig bekannt. Die gute Heilung deute ferner auf medizinische Grundkenntnisse wie etwa das Schienen des Bruchs und die Ruhigstellung hin, so der Co-Leiter der Studie, Israel Herschkovitz.

Besiedlung Die Karsthöhlen von Manot nahe der libanesischen Grenze wurden laut der israelischen Antikenbehörde 2008 bei Bauarbeiten entdeckt; seit 2010 würden die Höhlen in der Negev-Wüste erforscht. Archäologische Funde belegten eine Besiedlung der Höhle seit mehr als 100.000 Jahren. Zu den bedeutendsten Funden zählt ein 55.000 Jahre alter menschlicher Schädel. Er belegt nach Einschätzung der Forscher, dass der moderne Mensch vor rund 65.000 Jahren von Afrika aus den Rest der Welt bevölkerte.

Der Fußknochen von Manot ist nicht der erste oder älteste Beleg für die Krankenversorgung in der prähistorischen Gesellschaft. Unter anderem fanden Archäologen in einer Höhle im irakischen Kurdengebiet Überreste eines mehrfach behinderten Neandertalers, der im Alter von etwa 50 Jahren starb. Nach Ansicht der Forscher hat er nicht ohne Hilfe so lange überlebt.  kna

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026

Berlin

Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

von Nina Schmedding  22.04.2026

Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Israelische Klimaforscher sagen, der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal seien besonders gefährdet

 22.04.2026

Westjordanland

Berichte über Verletzte nach Siedler-Angriff

Radikale Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden

 22.04.2026

Terroristen-Gefängnis

Hamas-Terroristen belästigten Reservistinnen sexuell

Eine Reservistin sagt dem Sender KAN, Häftlinge hätte vor ihr masturbiert und ihr erniedrigende Blicke zugeworfen. Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar

 22.04.2026