Nachrichten

Fußball, Technologie, Flüge

Mohammed Abu Fani vom Maccabi Haifa FC Foto: picture alliance / Sportphoto24/Marco Canoniero

Fußball
Berichten zufolge könnte die israelische Fußballnationalmannschaft bald keine Heimspiele mehr im Jerusalemer Teddy-Stadion austragen, nachdem ein arabischer Spieler während eines Qualifikationsspiels zur EM 2024 rassistischen Pöbeleien ausgesetzt war. Dabei war der israelische Mittelfeldspieler Mohammed Abu Fani beim 2:1-Sieg der Mannschaft gegen Andorra ausgebuht und unter anderem als »Terrorist« bezeichnet worden. Mosche Zuares, Vorsitzender des israelischen Fußballverbands, sagte, dass »alle Optionen« geprüft würden. »Es war ein beschämender Vorfall. Ich ging zu Abu Fani, ich sah sein Gesicht und die Tränen in den Augen, es war mir sehr peinlich. Ich umarmte und ermutigte ihn. Das ganze Team tat dies. Es waren nur eine Handvoll Leute, die ihn beleidigt haben, und es gab einige, die ihm zujubelten, als das Ausbuhen begann. Aber wir werden das nicht akzeptieren«, so Zuares. »Es ist völlig unangemessen, dass ein Spieler, der die Uniform der israelischen Nationalmannschaft trägt, derart behandelt wird.«

Technologie
Eine neue Initiative soll die Lebensmittel-Technologie fördern. Dafür will das israelische Foodtech-Unternehmen YDLabs eine Anlage errichten, die Fermentationsdienstleistungen für Firmen in unterschiedlichen Größenordnungen von zehn bis 20.000 Litern bereitstellt. Das Unternehmen rekrutierte den renommierten Fermentationsexperten Moti Rebhun. »Wir hoffen, dass die Lebensmittel-Industrie von den Dienstleistungen profitiert«, so Dror Bin, Chef der israelischen Innovationsbehörde. »Israel hat diesen Technologiebereich als einen der Bereiche identifiziert, die Priorität haben müssen. Derzeit wenden sich viele Unternehmen aufgrund des Mangels an Infrastruktur und Arbeitskräften an Dienstleister im Ausland. Das wollen wir mit der Initiative verhindern.«

Flüge
Das Jahr 2023 markiert ein Jahrzehnt der Open-Skies-Verträge und drei Jahre der Abraham-Abkommen, Meilensteine in der Entwicklung der israelischen Luftverkehrsbeziehungen. Das Tourismusministerium gibt an, dass der Ben-Gurion-Flughafen in diesem Jahr die Rekordzahlen des Jahres 2019 und der Zeit vor der Pandemie übertreffen werde. Von Januar bis Ende Mai frequentierten bereits mehr als 9,2 Millionen Passagiere den Flughafen, ein Anstieg von neun Prozent. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Passagiere mit rund 25 Millionen insgesamt einen neuen Höchstwert erreichen. Die Airport-Verwaltung teilte mit, sie habe eine große Zahl neuer Mitarbeiter eingestellt. Außerdem gibt es eine weitere Erleichterung mit der »Family Patrol«: Künftig genügt es, wenn ein Familienmitglied die Sicherheitsabfertigung und den Check-in-Prozess für alle absolviert.

Absage
Marokko hat seine Teilnahme am zweiten Ministertreffen des Negev-Forums im nächsten Monat in Israel zurückgezogen. Grund sei die Ankündigung Israels, jüdische Siedlungen im Westjordanland auszuweiten, werden Quellen in israelischen Medien zitiert. Das Treffen der Außenminister Israels, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Marokkos, Ägyptens und der Vereinigten Staaten von Amerika war von März auf Juli verschoben worden. Vor Kurzem hatte Rabat noch zugestimmt, im Sommer dabei zu sein. Doch dann folgte die Ankündigung von Finanzminister Bezalel Smotrich, über 4500 neue Wohneinheiten in den Siedlungen zu schaffen. Die Regierung in Jerusalem verabschiedete eine Resolution, die Smotrich, Hardliner der Siedlungspolitik, praktisch die gesamte Kontrolle über die Baugenehmigungen im Westjordanland überlässt.

Exporte
Israel hat im Jahr 2022 erneut einen Rekordwert bei den Verteidigungsexporten erreicht und markiert damit das zweite Rekordjahr in Folge im Bereich der Verteidigungsabkommen. Rund 120 israelische Unternehmen unterzeichneten mit der Hilfe und Unterstützung des israelischen Verteidigungsministeriums Verteidigungsverträge, einige davon mit einem Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar. Die Exporte verdoppelten sich in einem Jahrzehnt. Rund ein Viertel der unterzeichneten Verträge ist zu Drohnen geschlossen worden. Verteidigungsminister Yoav Gallant: »Die bemerkenswerten Daten zeigen die Stärke und die hervorragenden technologischen Fähigkeiten Israels. Durch die Kreativität und Innovation des Verteidigungsapparats und des Ministeriums sind wir nicht nur unseren Gegnern voraus, sondern behaupten auch unseren qualitativen Vorsprung.«

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026