Israel

Frage, Facebook, Coronavirus

Yair Lapid und seine Frau Frau Lihi Foto: Flash90

Frage

Die Nummer zwei der Zentrumsunion Blau-Weiß, Yair Lapid, hat gemeinsam mit seiner Frau Lihi in Tel Aviv seine Stimme abgegeben. Vor dem Wahllokal fragte er ein kleines Mädchen, für wen es denn stimmen würde, wenn es groß ist. »Für Bibi«, antwortete es knapp und meinte damit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. »Oy, für Bibi«, beklagte sich Lapid schmunzelnd. Der Clip dazu wird rege in den sozialen Netzwerken geteilt.

Brief

Die rechtsextreme Partei Otzma Hajehudit hat beim Wahlkomitee eine dringende Petition gegen den Likud eingebracht. Die Partei von Regierungchef Benjamin Netanjahu habe angeblich Textnachrichten in Umlauf gebracht, die besagen, dass die Partei bei diesen Wahlen gar nicht antritt. Die Botschaft drängt Wähler stattdessen für den Likud zu stimmen. Der Vorsitzende Itamar Ben-Gvir schickt jetzt SMS mit einer persönlichen Nachricht, dass er natürlich antritt und seine Anhänger in jedem Fall für ihn stimmen sollen. Umfragen zufolge soll Otzma Hajehudit es allerdings nicht über die 3,25-Prozenthürde in die Knesset schaffen.

Virus

Die Polizei und medizinische Behörden sind in höchster Alarmbereitschaft. Angeblich würden falsche Nachrichten über den Coronavirus während des Wahltages in Israel kursieren und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen, heißt es in Berichten. Bislang sind zehn Israelis mit dem Covid-19-Virus infiziert, angeblich würden durch Fake News die Zahlen stark übertrieben, um Wähler abzuhalten, ihre Stimmen abzugeben. »Die Polizei wird dem Gesundheitsministerium und dem Wahlkomitee helfen, um keine Versuche zuzulassen, die Wahlen zu manipulieren«, so die Sicherheitsbehörde. 16 Stationen sind in verschiedenen Regionen des Landes eröffnet worden, in denen Menschen wählen können, die wegen des Coronavirus in  Quarantäne sind. Aufgrund der langen Schlangen werden die Öffnungszeiten der Wahllokale wohl verlängert.

Talisman

Das Linksbündnis aus Arbeitspartei, Gescher und Meretz will eine einstweilige Verfügung gegen die Schas erreichen. Die ultraorthodoxe sefardische Partei verteilt vor Wahllokalen in verschiedenen Städten angeblich Talismane und Schachteln mit Schabbatkerzen. Mit dabei ist das Versprechen, dass die Glücksbringer vor dem Coronavirus schützen. Das Bündnis verlangt, dass Schas eine heftige Geldstrafe auferlegt wird, da die Partei bereits bei den vergangenen zwei Wahlen – da allerdings ohne Coronavirus – Talismane verteilte. Das verstößt gegen das Wahlgesetz.

Facebook

Der Social-Media-Gigant hat mehrere Accounts gelöscht, die die arabische Wahlbeteiligung in Israel unterdrücken sollten. Das berichtet »The Democratic Bloc«, eine Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Demokratie zu schützen. Auf den Seiten seien unter anderem Lügen und Gerüchte über arabische Knessetabgeordnete veröffentlicht worden sein. Am Sonntag wurde bereits ein Video von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entfernt, da es unerlaubterweise Umfragezahlen erwähnte. Das ist in den letzten drei Tagen vor der Wahl verboten.

Jahrestag der Geiselrückkehr

Schön, dass du wieder da bist!

Als ich Alon Ohel auf einer Straße in Tel Aviv sah, wollte ich ihn ansprechen – und ließ ihn weitergehen. Über Solidarität und die Kraft einer Gesellschaft

von Sabine Brandes  14.10.2026

Hamas-Terror

Ein Jahr Freiheit – doch die Narben bleiben

Vor einem Jahr war die Freude unbändig, als die letzten 20 lebenden Geiseln nach 738 Tagen in den Tunneln unter dem Gazastreifen nach Israel zurückkehrten

von Sabine Brandes  14.10.2026

Sicherheit

Unerlaubter Pilot an Bord: Maschine muss wieder umdrehen

Weil ein indonesischer Kapitän an Bord war, wurde einem Frachtflug von Ethiopian Airlines die Landung in Israel verweigert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026