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Fisch, Spenden, Strafe

Für Menschen ungefährlich: der Walhai Foto: Getty Images / istock

Fisch
Ein seltener Gast hat Anfang dieser Woche die Küste von Eilat besucht. Angestellte der Marineeinheit der Natur- und Parkbehörde sichteten einen Walhai inmitten der Korallenriffe des Roten Meeres. Vor einem Jahr wurden an dieser Stelle vier der weltgrößten Fische entdeckt. Walhaie können bis zu 15 Meter messen und 34 Tonnen wiegen. Obwohl ihr Name anderes vermuten ließe, sind die Fische für Menschen völlig ungefährlich. Sie leben in sämtlichen tropischen Meeren, ernähren sich von Plankton und winzigen Fischen und legen bei der Futtersuche oft große Distanzen zurück.

Parade
Zwar hatte man bereits damit gerechnet, doch die offizielle Ankündigung löste bei vielen Traurigkeit aus: Die jährlichen Pride-Paraden werden verschoben. Wegen des Coronavirus werden die Feierlichkeiten der LGBT-Gemeinde in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und Beer Sheva nicht im Frühsommer, sondern voraussichtlich erst im August stattfinden. Die größte Parade, die jährlich durch Tel Aviv zieht, hätte am 12. Juni ausgerichtet werden sollen. Im vergangenen Jahr hatte eine Viertelmillion Besucher mitgefeiert. »Die Mühen für die Gleichheit von LGBT dürfen nicht aufhören«, so Etai Pinkas-Arad, der dem Ressort im Stadtrat vorsitzt. »Doch in erster Linie müssen wir für die Gesundheit der Bürger sorgen.«

Spenden
Der israelische Judoka-Star Sagi Muki hat mehr als eine Viertelmillion Schekel zusammenbekommen, indem er seine Andenken versteigerte. Das Geld spendet er dem Laniado-Krankenhaus in Netanja, seiner Heimatstadt. Damit sollen mehr Beatmungsgeräte gekauft werden. Den höchsten Einsatz machte ein jüdisch-amerikanischer Bieter aus Florida, der Mukis Anzug kaufte, den er beim Sieg der Weltmeisterschaft 2019 trug. Das Kleidungsstück brachte 12.000 Euro ein – und dafür darf Muki es sogar behalten. »Der Bieter kaufte ihn mir unter der Vorgabe ab, dass ich ihn nie wieder zum Verkauf anbieten darf. Das hat mein Herz erwärmt.« Auch der ehemalige Vorsitzende der Jewish Agency, Natan Sharanksy, zeigt sich großzügig. Er ist Gewinner des Genesis-Preises 2020. Das Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar spendet er an Organisationen in Israel und im Ausland für den Kampf gegen das Coronavirus.

Bank
Bank Hapoalim, die größte israelische Bank, hat sich außergerichtlich geeinigt. Amerikanische Behörden hatten sie verklagt, weil sie Kunden in den USA bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll. Außerdem ging es um die Beteiligung an einer Bestechungsaffäre bei der FIFA. Bei dem Vergleich muss Hapoalim eine allgemeine Strafe in Höhe von 904 Millionen Dollar plus 874,3 Millionen Dollar für die Steuerhinterziehungsklage sowie 30 Millionen in Sachen FIFA zahlen. »Hapoalim und ihre Schweizer Tochtergesellschaft haben zugegeben, US-Kunden geholfen zu haben, Steuern zu hinterziehen«, erklärte der Anwalt für den südlichen Bezirk New Yorks, Geoffrey Berman, dazu.

Maske
In Israel herrscht Tragepflicht von Gesichtsschutzmasken. Doch nicht alle fühlen sich gut damit. Besonders für gehörlose Menschen, die auf das Lippenlesen angewiesen sind, werden die Masken zum Hindernis. Abhilfe schafft die Maske der Doktorandin Carolina Tannenbaum-Baruchi von der Ben-Gurion-Universität. Gemeinsam mit dem Robotics-Team aus Dimona entwickelte sie »Read My Lips«. Die Maske ist an der Vorderseite transparent und beschlägt nicht. Beide Elternteile der Doktorandin sind taub. Tannenbaum-Baruchi beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit Erleichterungen für Gehörlose in Israel.

Strafe
Zwei Israelis, die französische Firmen mit falschen Versprechungen für einen Coronavirus-Impfstoff um 60.000 Euro gebracht haben sollen, werden an Frankreich ausgeliefert. Das erklärten die Behörden am Montag. Die beiden Verdächtigen sollen sich als Geschäftsleute ausgegeben und drei Unternehmen betrogen haben. Sie hätten den Firmen gesagt, dass sie erfolgreiche Tests mit einem Corona-Impfstoff absolviert hatten. Nachdem Behörden in Frankreich die Sondereinheit Lahav 433 informierten, leitete diese gemeinsam mit Interpol Ermittlungen gegen die beiden in Raanana ansässigen Männer ein. Beide haben französische Pässe.

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