Gazablockade

»Estelle« geentert

Die »Estelle« wurde in den Hafen von Aschdod umgeleitet. Foto: Flash 90

Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Armeeaktion vom Samstag gelobt, bei der die unter finnischer Flagge fahrende »Estelle« im Mittelmeer gestoppt und in den Hafen von Aschdod geleitet wurde. Er betonte, dass es den Aktivisten um Provokation und Verleumdung Israels gehe. »Wenn sie wirklich Interesse an Hilfe hätten, wären sie nach Syrien gesegelt«, so der Regierungschef weiter.

30 Menschen befanden sich an Bord des Schiffes, das mit Kurs auf Gaza die israelische Seeblockade brechen wollte. Unter den Aktivisten sind drei propalästinensische Israelis, einer von ihnen Jonathan Schapiro. Der ehemalige Pilot der Luftwaffe war bereits mehrmals durch Aktionen im In- und Ausland aufgefallen. Außerdem befanden sich fünf Parlamentsmitglieder aus Schweden, Norwegen, Spanien und Griechenland auf dem Schiff.

Zement Nachdem sich die Besatzung auch nach Aufforderungen der IDF geweigert hatte, abzudrehen, gingen Soldaten an Bord. Ein Armeesprecher erklärte, niemand sei bei der Übernahme verletzt worden, das Entern des Schiffes sei völlig gewaltlos verlaufen. Zudem gab das Militär an, dass sich an Bord keine Hilfsgüter befunden hätten. Die Initiatoren aus Stockholm betonen indes, es seien Zement, Spielzeug, Bücher und medizinisches Gerät geladen gewesen.

Außerdem behaupten einige der Aktivisten, die Soldaten hätten bei der Übernahme des Schiffes Elektroschockpistolen verwendet. Allerdings sei niemand ernsthaft verletzt worden. Die drei Israelis befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Große Mehrheit lehnt Hamas-Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

Die Hintergründe

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026

Israel

Vor Schicksalswahl: Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten

Ex-Generalstabschef Eisenkot wirft Benjamin Netanjahu vor, die Kriegsziele im Gazastreifen verfehlt zu haben. Sollte er Regierungschef werden, kündigt er einen klaren Zeitplan an

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Wirtschaft

Käsekrise

Was nach einem Lieferengpass im Supermarkt aussieht, steht für ein großes Problem. Weil ausländische Techniker Israel meiden, stehen immer häufiger Maschinen still

von Sabine Brandes  15.10.2026